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Erkrath
Busse sind schlechter Ersatz für Bahnen

Erkrath: Busse sind schlechter Ersatz für Bahnen
Am S-Bahnhof in Erkrath fahren jetzt Busse. In den Bussen kann man allerdings keine Tickets kaufen. Das hat schon für Verwirrung gesorgt. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Die Pendler sind derzeit auf den Schienenersatzverkehr angewiesen. Es gibt einige Ungereimtheiten. Von Alexander Riedel

Weil zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Wuppertal-Oberbarmen in den Ferien keine Züge fahren, müssen die Pendler auf Busse umsteigen. Das funktionierte zum Auftakt zwar recht gut, kostet aber Zeit - und manchen Fahrgast auch Nerven.

Schnell eilt der junge Mann zur neu eingerichteten Haltestelle, schwingt sich in den Bus - und erlebt eine Enttäuschung: Denn seine Frage nach einem Ticket für die Fahrt von Gerresheim in Richtung Wuppertal beantwortet der Fahrer lapidar: "Im Zug könnten Sie auch keine Karte kaufen." So bleibt dem Pendler nur, das Gefährt wieder zu verlassen, durch die Unterführung auf den Bahnsteig zu laufen, um dort am Automaten ein Ticket für die nächste Fahrt in einigen Minuten zu ziehen.

Verkäufe durch den Busfahrer seien im Rahmen des Schienenersatzverkehrs (SEV) entlang der in den Osterferien gesperrten Bahnstrecke nicht vorgesehen, stellt Bahnsprecher Torsten Nehring klar. Wer sonst mit dem Zug zwischen Düsseldorf und Wuppertal gependelt wäre, könne in den SEV-Bussen das normale Zugticket nutzen. Die Fahrt von Gerresheim über Erkrath nach Hochdahl fördert allerdings ein neues Problem zutage: "Auf der Hinfahrt habe ich von mehreren Leuten gehört, dass sie gar kein Ticket am Bahnsteig ziehen konnten, weil der gesperrt ist", berichtet eine junge Frau.

Und in der Tat: Zäune blockieren am verwaisten Hochdahler S-Bahnhof, in den bis zum Ende der Osterferien ja doch keine Bahn einrollt, den Weg hinauf zum Bahnsteig - und zu den Ticketautomaten. Doch zu Fuß gehen oder auf andere Linienbusse umsteigen brauchten die Fahrgäste wohl dennoch nicht, wie die Berufspendlerin erzählt: "Sie durften dann einfach ohne Ticket mitfahren." Auf diese Ungereimtheit will die Bahn nach Worten ihres Sprechers reagieren, um eine praktikable Lösung zu schaffen. "Wenn es nicht möglich ist, am jeweiligen Ort des Einstiegs ein Tickets zu ziehen, dürfen Fahrgäste trotzdem einsteigen, müssen aber beim nächsten Umstieg in eine Bahn ein Ticket nachziehen", sagt Nehring. 18 Minuten - statt fünf mit der S-Bahn - braucht der Bus von Gerresheim bis zum S-Bahn-Halt Hochdahl. Dort wartet der Ratinger Sascha Ostermeier auf den Bus in die entgegengesetzte Richtung. "Ich habe heute morgen auf dem Weg zur Arbeit insgesamt etwa 20 Minuten länger gebraucht als normal", berichtet der Pendler. "Es war in Ordnung", fügt er an, "im Gegensatz zum Schienenersatzverkehr beim Sturmtief Ela sind die Busse auch planmäßig gefahren." Insgesamt sei der Start in die Osterferien, in denen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Wuppertal den Zugverkehr nach Düsseldorf lahmlegen, erfreulich gelaufen, betont Bahnsprecher Torsten Nehring. Die Fahrzeiten des SEV hätten eingehalten werden können und die Gäste hätten mit Verständnis auf die Situation reagiert. Etwa 30 Minuten mehr Zeit müsse man für die Strecke zwischen Düsseldorf und Wuppertal durch die Umstellung vom Zug- auf den Busverkehr einplanen, sagt Nehring. Das kann auch Fahrgast Raimund Thoma bestätigen: "Von Vohwinkel bis Gerresheim brauche ich sonst etwa 15 Minuten, mit dem Bus sind es ungefähr 45." Und danach müsse er ja noch in die Bahn zum Düsseldorfer Hauptbahnhof umsteigen. Daraus zieht er Konsequenzen: "In den nächsten Tagen", erklärt Thoma, "werde ich wohl mit dem Auto zur Arbeit fahren."

Quelle: RP
 
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