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Erkrath
Cube holt Jugendliche von der Straße

Erkrath: Cube holt Jugendliche von der Straße
Rotarier-Präsident Klaus Pöting (v.l.) und seine Kollegen vom Rotary Club Neandertal, Dr. Michael Oliver Flüß und Dr. Jürgen Schumacher, besuchten mit einem Spendenscheck Marc Stosberg und sein Team im Cube. FOTO: Nicole Marschall
Erkrath. Seit Oktober 2016 haben die Jugendlichen aus der Sandheide einen Treffpunkt, an dem sie unter sich sein können, aber auch Erwachsene als vertrauensvolle Ansprechpartner finden. Von Nicole Marschall

"Seit letztem Oktober haben wir daran gearbeitet, Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen", sagt Marc Stosberg, Vorsitzender des Vereins Füreinander, rückblickend auf das erste Jahr des Jugendtreffs Cube: "Hier finden sie einen Ort der Wertschätzung und Anerkennung und lernen, nicht nach den ,Regeln der Straße' zu leben. Hier müssen sie niemandem etwas beweisen." Die Jugendlichen, die ins Cube kommen, seien erst einmal "anti gegen alles": "Alles, was sie gelernt haben, ist zu überleben. Ihre liebsten Hobby sind ihr Handy und die Playstation." Für eine Mitgliedschaft in Sportvereinen reiche zudem in vielen Familien das Geld nicht, so Stosberg. Und die Rockerszene in der Nachbarschaft am Sandheider Markt wirke insbesondere auf die Jungs erst einmal cool.

Um den Jugendlichen Werte zu vermitteln und ihnen andere Freizeitmöglichkeiten, als auf der Straße oder an der Konsole abzuhängen, zu ermöglichen, hat das Team des Cubes in den vergangenen zwölf Monaten bereits gute Beziehungsarbeit geleistet. 20 bis 30 junge Leute ab 13 Jahren kommen im Schnitt zu den offenen Abenden. "Inzwischen hat sich eine feste Clique gebildet", weiß Stosberg: "Man kennt sich und muss sich nicht mehr behaupten." Zu der Beziehungsarbeit, die der Verein leistet, kamen Themenabende - beispielsweise ein Vortrag eines Polizisten oder ein Casino-Abend.

Auch die Vorbereitung auf den Übergang von der Schule zur Ausbildung will das Team des Cube fördern und hilft zum Beispiel bei der Erstellung von Bewerbungsmappen. Zudem soll ab Januar 2018 ein Mentorenprogramm gestartet werden, bei dem Mitarbeiter aus Unternehmen sich einmal im Monat mit einem Jugendlichen treffen und Füreinander e.V. die Jugendlichen in Workshops berufsfit macht. Für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, für die es mit dem Mosaik an der Immermannstraße schon seit Jahren einen Treffpunkt gibt, hat der Verein ein ähnliches Mentorenprogramm bereits erprobt: Hier helfen Privatpersonen im 1:1-Kontakt ihrem "Patenkind" spielerisch beim Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen und unternehmen mit ihnen Dinge, bei denen sie vielfältige Alltagskompetenzen lernen: "Das kann ein Ausflug aufs Land, eine Zapfsäule an der Tankstelle bedienen oder Einkaufen im Supermarkt sein", nennt Marc Stosberg drei Beispiele.

35 Ehrenamtler engagieren sich derzeit im Mosaik und Cube. Zudem werden anderthalb Sozialpädagogen-Stellen finanziert. "Die Personalkosten zu decken, ist jeden Monat eine Herausforderung", weiß der Vereinsvorsitzende. Ziel ist es, die Teilzeitstelle künftig auch auf 100 Prozent aufzustocken. Die Stadt Erkrath und der Wirtschaftskreis unterstützen das Projekt. Dennoch ist das Team von Füreinander auch auf Spenden angewiesen. Zwei regelmäßige Sponsoren sind die Rotary Clubs Hilden/Haan und Neandertal, dessen Spenden bislang der Förderung der Kinder im Mosaik zugute kam. Jetzt hat der Rotary Club Neandertal erneut 5000 Euro überwiesen und sich vor Ort von der Arbeit im Cube überzeugt. "Unser Club beteiligt sich traditionsgemäß an nationalen Förderprojekten der Rotarier, aber wir schauen auch lokal, wo's brennt", fasst Rotarier Michael Oliver Flüß das Engagement in kurze Worte. Die Unterstützung des Neanderlabs und der Fröbelschule beispielsweise sind weitere lokale Förderprojekte.

Quelle: RP
 
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