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Erkrath
Das Schreinerhandwerk liegt in der Familie

Erkrath: Das Schreinerhandwerk liegt in der Familie
Lucas (v.l.) ist der Jüngste in der Schreinerriege. Er macht gerade seine Ausbildung. Sein Vater Frank und dessen Bruder Jürgen leiten derzeit die Geschäfte. Karl-Heinz Nicolay hat die Schreinerei gegründet. FOTO: dietrich janicki
Erkrath. Drei Generationen Schreinerei Nicolay an der Bachstraße in Erkrath. Am 1. August 2015 wird gefeiert, denn vor genau 50 Jahren wurde die Schreinerei Nicolay eröffnet. Großeltern, zwei Söhne mit Familien und ein Azubi-Enkelsohn - das ist eine Erfolgsstory der besonderen Art. Von Gundel Seibel

Generation 1: Karl-Heinz (81) und Renate (79) kauften die Schreinerei im Jahr 1965 von Schreiner Jakob Groven, der seit Kriegsende am gleichen Standort erfolgreich gearbeitet hatte. Schreinermeister Nicolay gewann sein Vertrauen. Schnell war man sich einig. Karl-Heinz, der Moselaner, und Renate, die Krefelderin, konnten sich ihren Traum von einer eigenen Werkstatt erfüllen. Da war es selbstverständlich, dass Renate die Buchhaltung macht. Keine Ahnung hatte die Frau aus der Textilwirtschaft zunächst. Aber schnell lernte sie alles von der bereitwillig assistierenden Familie Groven. Den Preis für die Übernahme einer gebrauchten Rechenmaschine hat Renate Nicolay noch heute im Kopf: 980 DM. Und eine Schreibmaschine für 200 DM wurde auch angeschafft, erinnert sie sich.

Generation 2: Jürgen (52) und Frank (47) Nicolay übernahmen die Schreinerei vom Vater im Jahr 1997. Schreinermeister sind beide. Die Arbeitsteilung funktioniert seitdem erfolgreich. Jürgen, der Ältere, ist zuständig für Akquise, Arbeitsvorbereitung, Planung, Kundenberatung. Seine Ehefrau Marion ist zuständig fürs Büro. Die drei erwachsenen Töchter arbeiten nicht im Geschäft und haben unterschiedliche soziale Berufe. Frank ist zuständig für die Ausführung der vielseitigen Aufgaben, vom Wintergartenbau über Maßmöbel bis zum Treppenbau und Einbruchschutz. Dazu gehört auch die Begleitung der Auszubildenden.

Generation 3: Lucas Nicolay (18), Sohn von Frank und Marita Nicolay, ist Auszubildender im 3. Lehrjahr. Für seinen Bruder Johannes (15), jetzt noch Schüler, ist es schon jetzt selbstverständlich, dass auch er in das Familienunternehmen einsteigt. In Gedanken spielen die Jugendlichen schon jetzt die zukünftigen Rollenverteilungen durch. Lucas ist in den 50 Jahren Schreinerei Nicolay der 25. Auszubildende, hat Großvater Karl-Heinz ausgerechnet. Fünf Meister sind aus dem Geschäft hervorgegangen und in den letzten 10 Jahren alleine drei Jahresbeste, weiß Frank Nicolay. Und was liebt Azubi Lucas an seinem Beruf am meisten? "Es gibt nie die gleiche Arbeit zweimal", antwortet er rasch und überzeugend.

Zum zünftigen Hoffest am 1. August, das mit Kunden, Freunden und Familie auf dem Firmengelände gefeiert wird, hat der Kreishandwerkerschaft-Obermeister aus Mettmann seine Teilnahme angesagt. Es kann durchaus sein, dass Senior Karl-Heinz Nicolay bei der Gelegenheit den Goldenen Meisterbrief erhält.

Die Erkrather Geschäftsleute Anna und Willi Firsbach sind seit rund 50 Jahren Kunde bei der Schreinerei Nicolay. Grund: "Wir waren immer zufrieden. Bei Nicolays ist man immer sehr zuvorkommend".

Quelle: RP
 
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