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Erkrath
Dauerbaustelle nervt Anwohner

Erkrath: Dauerbaustelle nervt Anwohner
Der Baufirma begründet die zeitliche Verzögerung mit einem veränderten Umfang der Arbeiten. FOTO: dietrich janicki
Erkrath. Seit Mitte April ist die Max-Planck-Straße wegen Flüsterasphaltierung abschnittweise gesperrt. Von Cordula Hupfer

Dagmar Stöhr wohnt direkt am Kreuzungsbereich Max-Planck-Straße/Millrather Weg und hätte schon eine stattliche Strichliste, würde sie notieren, wie viele Pkw und Lkw die Umleitungsbeschilderung ignorieren. Denn statt vom "Maiblümchen" wie ausgeschildert rechts auf den Millrather Weg abzubiegen, fahren viele einfach links, obwohl dies den Anwohnern vorbehalten ist, und versuchen dann, auf dem letzten befahrbaren Abschnitt der Max-Planck-Straße weiterzukommen. Doch auch der ist am Ende gesperrt, also müssen sie umdrehen. Und da hat Dagmar Stöhr sogar schon abenteuerliche Wendemanöver von Lkw über Garagenhöfe beobachtet.

Hans-Joachim Aust, der gleich um die Ecke auf der Straße "Am Thieleshof" wohnt, hält allerdings auch die Umleitung über den Millrather Weg für keine optimale Lösung, zumal die Bauarbeiten und damit die Sperrungen bis Oktober, also deutlich über die Ferien hinaus, andauern könnten: "Da wird jetzt jede Menge Verkehr, darunter Schwerlastverkehr wegen des nahen Gewerbegebiets, an einer Schule und einem Kindergarten vorbeigeleitet. Dort ist zwar Tempo 30 vorgeschrieben, aber wer kontrolliert das?"

Auch Elisabeth Olivier, die ebenfalls auf der Straße "Am Thieleshof" wohnt, ist genervt von der Dauer-Baustelle: "Es dauert einfach viel zu lange. An manchen Tagen wird gar nicht gearbeitet und es geht nicht zügig weiter. Wir machen öfter Urlaub in Holland und dort geht es fix mit den Arbeiten. Der Straßenbau in Deutschland, nicht nur in Erkrath, ist eine Katastrophe", findet sie. Was sie außerdem ärgert: "Wir Thieleshof-Anwohner wurden nicht schriftlich über das Bauvorhaben informiert. Es gab zwar ein Informationsgespräch vor Ort, aber da konnte nicht jeder hingehen. Mir würde es schon helfen, wenn es auf der Internetseite der Stadt Informationen gäbe, die aktualisiert werden", sagt Elisabeth Olivier.

Seit dem 18. April ist die Max-Planck-Straße, die Unterfeldhaus und Sandheide verbindet, abschnittweise gesperrt, am Montag hat der zweite von drei Bauabschnitten begonnen. Die Straße, für die der Kreis zuständig ist, soll Flüsterasphalt bekommen, was die Anwohner grundsätzlich begrüßen. Der Baufirma begründet die zeitliche Verzögerung mit einem veränderten Umfang der Arbeiten, möchte aber keine Details nennen. Auf einem Aushang des Anwohner-Zusammenschlusses "Bürgervotum Max-Planck-Straße" vom 28. Juli wird unter anderem die Verlegung von Rohren für Breitband als Grund genannt.

Laut Stadtverwaltung gibt es keine geeignete Alternative zur Umleitung über den Millrather Weg. Allerdings soll es dort laut Kreisverwaltung nach den Ferien Tempokontrollen geben, über die Häufigkeit werde derzeit noch verhandelt. Der Kreis habe ohnehin schon zwei sporadische Messstellen rund um die dortige Schule.

Quelle: RP
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