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Erkrath
Eisenbahner sind stolz auf die weiße Dame

Erkrath. Um 14.06 Uhr setzte sich die kleine Diesellok unter gleichmäßigem Glockenschlag in Bewegung. Ganz langsam rollte sie aus der Fahrzeughalle des Eisenbahn- und Heimatmuseums Hochdahl (EHEH) heraus. Ein paar Sekunden später kam das neueste Schmuckstück des Vereins ans Tageslicht: ein komplett reparierter und restaurierter Güterwaggon, ein Geschenk der Firma Henkel aus Düsseldorf. Bis Ende der 1960er Jahre war er zusammen mit über 30 anderen Güterwagen auf dem Werksgelände in Reisholz im Einsatz, um Zwischen- und Endprodukte zwischen den Produktionsanlagen zu transportieren. Danach war er dem Verfall ausgeliefert. Der EHEH, der auf die Restaurierung historischer Eisenbahnfahrzeuge spezialisiert ist, bekam den Waggon mit der ehemaligen Kennung "H 3" im Januar 2015. Fotos zeigen, wie sehr die Holzwände damals schon verwittert waren, die vormals grüne Henkel-Farbe war ins gelbliche verblichen. Zunächst musste der genaue Zustand geprüft und die Aufarbeitung geplant werden. Es waren in erster Linie drei Männer, die die Hauptarbeit bei der Restaurierung erledigten. EHEH-Vorsitzender Ralf Fellenberg dankte Reiner Reschke, Georg Holländer und Hubert Dörre für ihren Einsatz. Innerhalb von zehn Monaten wurden rund 50 Quadratmeter Holz an den Seitenwänden komplett neu verbaut, dazu das Dach erneuert und der Bodenbelag im Innenraum ausgelegt. Beleuchtung und Steckdosen wurden installiert. Auch diverse Stahlteile mussten erneuert werden, auch wenn der Waggon in dieser Bauweise heute nicht mehr auf öffentlichen Gleisen fahren dürfte. Spezielle Schrauben für den Waggonbau wurden von Henkel gestiftet. "Dieser Wagen ist mit das älteste, was wir noch im Sortiment hatten" erklärt Heiner Brinkmann, Leiter Werkslogistik bei Henkel. Brinkmann vertrat seinen Arbeitgeber bei der "Roll-out"-Zeremonie. Von Thomas Peter

Zuletzt erhielt der Waggon seinen neuen Anstrich im klassischen Henkel-Dunkelgrün und die Beschriftungen nach dem Zeugnis alter Fotos. So ist das Wort "Düsseldorf-Reisholz" zu lesen und man erfährt, dass "H 3" einst ein Ladegewicht von 15.000 Kilogramm aufnehmen konnte.

Nicht originalgetreu, aber passend sind die aufgemalte "Weiße Dame" (Werbefigur von Henkel) und das Bild einer alten Waschpulver-Schachtel. Die "Weiße Dame" war sogar leibhaftig zu bewundern: Ralf Fellenbergs Arbeitskollegin Tatjana posierte für die Fotografen. "Der Henkel-Wagen ist jetzt ein Schmuckstück", bemerkte Fellenberg zufrieden. Die nächsten Projekte sind schon geplant. Noch ist Platz für weitere Schmuckstücke auf dem Areal am Lokschuppen.

Quelle: RP
 
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