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Anerkennung als Apotheker noch unsicher
Afghane arbeitet wieder in Erkrather Bären-Apotheke

Erkrath: Bahir Barna darf vorerst wieder in Bären-Apotheke arbeiten
Die Bären-Apotheke in Erkrath FOTO: Cordula Hupfer
Erkrath. Bahir Barna wollte in Deutschland als Apotheker anerkannt werden, doch kurz vor der Prüfung wurde ihm die Praktikumserlaubnis entzogen. Sein Schicksal bewegte das Netz. Nach einem Monat ist Barna zurück in der Bären-Apotheke in Erkrath. Er darf aber keine Kunden bedienen.

Die Facebook-Gemeinde freut sich: Bahir Barna ist zurück in der Bären-Apotheke in Erkrath. Die rechtliche Situation des Afghanen ist noch immer unklar, er darf aber erst einmal im Backoffice arbeiten und den Wareneingang unterstützen. "Wir freuen uns sehr, ihn wieder an Bord zu haben", sagt Wolfgang Wittig, Inhaber der Bären-Apotheke. "Das wollten wir den Facebook-Nutzern und unseren Kunden nicht vorenthalten. Aber es ist noch kein Durchbruch."

Ab 1. Juli ist Herr Barna wieder bei uns angestellt. Die rechtliche Situation im Zusammenhang mit der Anerkennung seines...

Posted by Bären-Apotheke Erkrath on Freitag, 30. Juni 2017

Dokument für Arbeitserlaubnis fehlt

Bahir Barna war als Praktikant in der Bären-Apotheke angestellt. Der Afghane hatte in Kabul Pharmazie studiert und wollte seinen Abschluss in Deutschland anerkennen lassen. Sieben Monate lang hatte er sich laut Wittig schon auf die Prüfung vorbereitet. Eine Arbeitserlaubnis hatte Barna, und bisher durfte er mit einer Sondergenehmigung auch in der Bären-Apotheke als Praktikant arbeiten - allerdings nur bis Juni.

"Wenn wir es richtig verstehen, war dann jedoch jemandem aufgefallen, dass ein notwendiges Dokument fehlt und eigentlich auch keine Arbeitserlaubnis hätte ausgestellt werden dürfen", sagt Wittig. Ergebnis: Seit 1. Juni durfte Barna nicht mehr in der Bären-Apotheke arbeiten.

Offene Fragen

Was Wittig ärgert: Dass noch immer nicht klar ist, wo das Problem liegt. Welches Dokument fehlt? Und warum ist das bisher keinem aufgefallen? Diese Fragen sind nach wie vor unbeantwortet. "Eine Behörde in Berlin soll sich darum kümmern, dass das Dokument aus Kabul neu angefordert wird. Ob das wirklich funktioniert und wie lange das dauert, kann uns leider immer noch niemand sagen."

Bis die Lage geklärt ist, hat Wolfgang Wittig dem Afghanen eine Anstellung im Backoffice angeboten. Kunden beraten und Arzneimittel ausgeben darf er im Moment nicht - dazu bräuchte er eine Arbeitserlaubnis, auf die er nach wie vor wartet.

(veke)
 
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