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Erkrath
Mann sticht auf Nachbarn ein - Opfer stirbt im Krankenhaus

Erkrath: Mann sticht auf Nachbarn ein - Opfer stirbt im Krankenhaus
In der ersten und zweiten Etage dieses Hauses kam es zu der Tat. FOTO: Blazy Achim
Erkrath. Nach einer Messerattacke im Erkrather Stadtteil Hochdahl ist ein 45-Jähriger in der Klinik an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der mutmaßliche Täter stellte sich der Polizei. Von Oliver Wiegand

Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft wird sich am Freitag zu den näheren Umständen der Tat äußern. Staatsanwalt Meyer sagte unserer Redaktion, man vermute Eifersucht als mögliches Motiv für die Tat. Der mutmaßliche Täter habe angenommen, dass das Opfer eine Affäre mit seiner Frau habe. 

Der Verstorbene hinterlässt seine Ehefrau und sechs Kinder. Der mutmaßliche Täter wird noch heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Vermutlich wird ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. 

"Ist das Blut, was da an dem Balkon klebt?", fragt ein 13-jähriger Junge. Mit seinen gleichaltrigen Freunden steht der Junge vor dem Eingang des Hochhauses in der Sandheide. In der ersten und zweiten Etage des Gebäudes hat sich wenige Stunden zuvor ein Drama abgespielt.

Polizei und Feuerwehr berichten, dass sie am Donnerstag gegen 11.35 Uhr informiert wurden: Ein schwer verletzter und blutüberströmter Mann soll sich in einer Wohnung aufhalten. Am Einsatzort angekommen, finden Polizei und Notarzt einen offenbar durch Messerstiche lebensgefährlich verletzten 45-Jährigen. Nach der Versorgung durch den Notarzt wird der Schwerverletzte mit einem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Duisburg-Buchholz geflogen. 

Noch während Polizei und Feuerwehr auf dem Weg zum Tatort waren, erschien ein 41-jähriger Erkrather in der Hochdahler Polizeiwache, um sich dort den Ermittlungsbehörden zu stellen. Nach Angaben des Mannes hatte er nur wenige Minuten zuvor seinen Nachbarn erstochen. Der 41-Jährige wurde daraufhin festgenommen und der Kriminalpolizei übergeben.

Der Tatort wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Die Spurensicherung war im Einsatz, die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Über die genauen Umstände der Tat bewahrt die Polizei Stillschweigen. Die Staatsanwaltschaft in Wuppertal ist in das Verfahren eingeschaltet. Nachbarn berichten, dass der mutmaßliche Täter und sein Opfer beides Familienväter sind und sich schon seit längerer Zeit kannten. Von einem Streit oder einer lautstarken Auseinandersetzung hat keiner der Nachbarn etwas mitbekommen.

Das Hochhaus, in dem es zu der Tat kam, geriet  in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen. Im August 2015 kam es zu einem Brand in der vierten Etage des Gebäudes. Die Mieterin der Wohnung wurde schwer verletzt, Nachbarn retteten die Bewohner der darüber liegenden Wohnungen. Starker Rauch hatte für Lebensgefahr gesorgt.

Anmerkung der Redaktion: Normalerweise lassen wir Blaulicht-Meldungen nicht kommentieren, aber bei diesem Artikel hatten wir aus Versehen das Kommentarfeld geöffnet. Zur Transparenz lassen wir die Kommentare stehen, haben die Diskussion aber inzwischen geschlossen.

Quelle: RP
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