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Erkrath
Erkrather bringt Bildung nach Nepal

Erkrath. Werner Mays, Chef einer Stiftung für Bildungsprojekte, wirbt nicht nur am Weltalphabetisierungstag fürs Lernen. Von Gina Buchwald-Chassée

"I have a dream", zitierte 2010 der buddhistische Mönch Venerable Metteyya Sakyaputta aus Nepal einen berühmten Satz im Gespräch mit Werner Mays. Der Erkrather ist Vorsitzender von OPAM, einer Stiftung, die Bildungsprojekten fördert.

Sein Traum ist es, in Nepal allen Menschen Bildung zu ermöglichen, dabei vor allem Mädchen zu fördern, die oft schon im Alter zwischen zehn und 14 Jahren verheiratet werden - und keine Schule mehr von innen sehen. Extra für sie wollte Mays ein "Girls College" eröffnen. OPAM und eine finanzielle Starthilfe machten es möglich. "Wir finanzierten die Lehrergehälter in Höhe von 60 Euro im Monat und übernehmen kleinere Projekte wie Schuldachreparaturen, die mal fünf und mal 10.000 Euro kosten", erzählt Werner Mays.

Seit mehr als 35 Jahren engagiert er sich für die Bildung von Menschen. "Jeder, der will, kann mithelfen", sagt er. Für ihn ist es ein Geben und Nehmen. Die Herzlichkeit gebe ihm unglaublich viel zurück, dafür nehme er auch den Ärger mit der Bürokratie auf sich.

Mays hat Geografie und Religion studiert und selbst als Schulleiter an der Realschule Steinberg in Gummersbach bis 2010 gearbeitet. Dass "jeder lesen und schreiben lernt, um nicht ausgebeutet zu werden", ist für ihn eine Herzensangelegenheit und Lebensaufgabe, auch nach seiner Pensionierung. In seiner Freizeit betreut er daher zusätzlich zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ein Paar aus Nigeria. Darüber hinaus arbeite er vier bis fünf Stunden täglich daran, dass Menschen durch Bildung und Alphabetisierung vor Ort eine Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften.

In seinem Studium in Köln lernte er viel über die kulturellen und politischen Gegebenheiten in den verschiedenen Regionen. Das lässt er in seine Vorträge mit einfließen: "Ich nehme mein Publikum anhand von Reisebildern mit in das Land und zeige ihm, was schon passiert ist und was noch passieren muss." Wichtig sei die Förderung vor Ort, "sonst gehen alle in die Städte und die Dörfer veröden". "Wichtig ist, nachzuhaken". Am Weltalphabetisierungstag am morgigen Donnerstag, der parallel zur interkulturellen Woche stattfindet, ist Mays in den Schulen unterwegs. Gebürtig aus Erkrath, besuchte er das Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann. Der Kontakt besteht noch immer und wurde jüngst durch einen Besuch mit besagtem buddhistischen Mönch aufgefrischt "Er erzählte vom Elan indischer Schüler und fragte verblüfft, warum manche deutschen Schüler keine Lust auf Unterricht haben", erzählt Werner Mays. "Dabei ist Analphabetismus auch in Deutschland ein Problem." Sieben bis acht Prozent der deutschen Bevölkerung könnten weder Lesen noch Schreiben.

In Nepal ist das Problem, dass Eltern die Schule nicht bezahlen können, sagt Mays. Es gibt zwar eine Schulpflicht, aber es interessiert offenbar niemanden, ob Eltern sich daran halten oder nicht. Dabei sei Bildung das höchste Gut und sichere den Menschen die Zukunft.

Quelle: RP
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