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Erkrath
Erkrather nehmen Flüchtlinge positiv an

Erkrath: Erkrather nehmen Flüchtlinge positiv an
Rund 150 Besucher waren Dienstagabend zur ersten Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung in die Erkrather Stadthalle gekommen. Flüchtlingskoordinator Max Guder stellte die Arbeit der Verwaltung vor. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Die erste Infoveranstaltung zur Flüchtlingssituation in Erkrath war gut besucht. Die positive Grundstimmung der Bürger zeigte, dass die Neuankömmlinge in der Stadt wirklich willkommen sind. Von Marita Jüngst

Flüchtlinge sind in Erkrath willkommen. Dass dies nicht nur so dahin gesagt ist, zeigte sich Montagabend bei der ersten von zwei Infoveranstaltungen zum Thema Flüchtlingsunterbringung in der Erkrather Stadthalle. Rund 150 Bürger nutzten die Chance, sich zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Und schnell war klar: Die Grundstimmung im Saal war positiv.

Das stellte auch Bürgermeister Christoph Schultz fest und ebenso die hohe Akzeptanz, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen. "Dieser Abend hat uns noch mehr gestärkt", sagte er. Er verschwieg aber nicht, dass er eine weitere Zuweisung von Flüchtlingen durchaus kritisch sehe.

Wie sehr die Erkrather bereit sind, zu helfen, zeigten die Vertreter der Flüchtlingshilfe und der Diakonie, die sich um verschiedene Unterkünfte im Stadtgebiet kümmern. Und auch die Wirtschaft packt mit an. Lutz Leßmann vom Erkrather Wirtschaftskreis beispielsweise hat die Internetplattform Planetvalue für die Flüchtlingshilfe ausgebaut. Dort werden Angebote eingestellt und Anfragen gestartet, wenn etwas benötigt wird, zu finden unter www.fluechtlingshilfe-erkrath.de. Die Stadt Erkrath hat mit Max Guder und Magdalene Hadasch zwei hauptamtliche Mitarbeiter, die sich ausschließlich um das Thema Flüchtlinge kümmern und Ansprechpartner für alle sind.

Flüchtlingsunterkünfte Die NeanderDiakonie betreut die Einrichtungen an der Freiheitstraße (120 Plätze) und und an der Hochdahler Straße (45). Die Stadt kümmert sich um die Flüchtlinge an der Schildsheiderstraße, dem ehemaligen Hotel Tamara (80) und im Erstaufnahmelage im Bürgerhaus Hochdahl (100). Der Freundeskreis ist für die kleineren Einheiten am Falkenberger Weg, Thekhaus, Gruitner Straße und Am Maiblümchen zuständig.

Angebote Die Volkshochschule startet am Donnerstag mit neuen Integrationskursen, sechs am Vormittag und zwei am Abend. Die NeanderDiakonie hat unter anderem eine Spiel- und Lernstube für Grundschüler eingerichtet und Patenschaften auf den Weg gebracht. Der Freundeskreis für Flüchtlinge bietet offene Treffs in der Teestube im Haus der Kirchen am Hochdahler Markt jeweils donnerstags von 17 bis 19 Uhr an. Ein Pendant hat sich inzwischen in Alt-Erkrath bei der Caritas an der Gerberstraße etabliert. Die Treffen finden jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr statt. Ab sofort hat auch die Kleiderkammer an der Freiheitstraße feste Öffnungszeiten: montags von 10 bis 12 und donnerstags von 17 bis 18 Uhr.

Pläne Das Erstaufnahmelager an der Freiheitstraße ist geräumt. Dort werden die Räume für zugewiesene Flüchtlinge umgebaut. Im Bereich Steinhof soll eine weitere Unterkunft entstehen, die laut Sozialdezernent Ulrich Schwab-Bachmann aber erst im Sommer fertig sein wird. Es besteht die Möglichkeit, so Christoph Schultz, dass das Land das Bürgerhaus als Erstaufnahmelager in den nächsten Wochen oder Monaten aufgibt. "Es ist aber möglich, dass wir das Bürgerhaus noch als städtischen Puffer in Reserve halten, bevor wir es wieder für die Bürger öffnen.

Außerdem wird derzeit geprüft, ob eine Containerunterkunft am Klinkerweg für maximal 40 Personen errichtet werden kann. An diesem Plan gab es auch eine der ganz wenigen Kritiken des Abends. Der Kindergarten sei über den Bau nicht informiert worden, erklärte ein Besucher. Bürgermeister Schultz verteidigte sein Vorgehen. Noch sei schließlich gar nichts entschieden. Wenn es zum Bau käme, würde er selbstverständlich mit dem Kindergarten reden. "Aber die Flüchtlingsunterkunft sollte für den Kindergarten kein Problem sein." Seit gestern steht nun fest, dass die Container am Klinkerweg aufgestellt werden.

Quelle: RP
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