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Erkrath
Ferienprogramm mit der Ersatzoma

Erkrath: Ferienprogramm mit der Ersatzoma
Ein Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel selber bauen, stand in der Kreativwerkstatt auf dem Programm. Yvonne Kardell (r.) zeigt wie es geht. FOTO: n. marschall
Erkrath. In der Begegnungsstätte der Johanniter hat die Kreativwerkstatt für Jung und Alt eröffnet. Eine Woche lang gibt es dort ein generationsübergreifendes Angebot. Die Älteren tun sich aber noch schwer mit der Anmeldung. Von Nicole Marschall

"Wir basteln ein Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel", antwortet Liliana auf die Frage, was sie denn beim Ferienprogramm in der Begegnungsstätte der Johanniter so alles machen. "Aus dem Holzstab machen wir mit der Säge die Figuren", erklärt die Sechsjährige, "und wir machen viele andere schöne Sachen." Zu den schönen Sachen gehören neben verschiedenen kreativen Arbeiten unter anderem ein Museumsbesuch und bei dem tollen Sommerwetter viele Spiele im Garten und eine große Wasserschlacht, zählen Selma (10), Mia (7) und Eileen (10) auf.

"Und heute sollten wir alle pinke Sachen anziehen", verrät Liliana. Warum pinke Kleidung? Die Antwort weiß Marlene Therfort, die mit ihren 73 Jahren zu den wenigen Senioren gehört, die den Weg zum Sommerferienprogramm des Jugendamtes und der Johanniter Begegnungsstätte "Jung und Alt" gefunden haben: "Wir gehen gleich zur Feuerwehr. Die haben da ein neues Auto, so ein pinkfarbenes." Leider war das gar nicht da. Am Montag hatte Therfort bereits mit den Kindern Wolle-Pompons und Musikinstrumente - Regenmacher aus Papprollen und Trommeln aus Blumentöpfen - gebastelt.

"Ich mache alles mit", sagt die Seniorin, die seit vier Jahren in einer Wohnung der Johanniter wohnt und regelmäßig zur Begegnungsstätte kommt: "Ich fühle mich hier sehr wohl. Man kann hier jeden Tag etwas anderes machen: Handarbeiten, Singen, Gymnastik... Schade nur, dass die meisten Bewohner daran nicht teilnehmen."

Auch die von den Johannitern und der Stadt Erkrath als gemeinsames Ferienprogramm konzipierte "Kreativwerkstatt der Generationen" besucht Marlene Therfort gerne und freut sich, mit den jungen Teilnehmern gemeinsame Zeit verbringen zu dürfen. Ihre eigenen Enkel sind bereits erwachsenen und leben in Süddeutschland und der Schweiz.

"Die Senioren aus unserer Begegnungsstätte werden hier zu 'Adoptiv-Großeltern'", beobachtet Marion Wippermann, Leiterin der Begegnungsstätte: "Unser Ziel ist es, möglichst viele Senioren für das Ferienprogramm zu begeistern." Gedacht ist das Programm unter anderem für Großeltern und deren Enkel. Doch bislang ist die Resonanz von Seiten der Omas und Opas gering. Lediglich zum Tagesausflug am Donnerstag zum Industriemuseum in Ratingen hat sich ein Großelternpaar gemeinsam mit seinem Enkelkind angemeldet. Die Idee der generationenübergreifenden Freizeitgestaltung möchte Wippermann jedoch ausbauen und bekannter machen: "Ab Oktober wird es alle zwei Monate ein Projekt für Großeltern und ihre Enkel geben." Unter dem Motto "Museumsdetektive" sollen dann gemeinsam Museen besucht werden.

Eine andere Projektidee hat sie für eine weitere Zielgruppe: Ähnlich der aktuell laufenden Kreativwerkstatt für Jung und Alt könnte es bald in den Oster- oder Herbstferien ein Kunstatelier geben, in dem Erwachsene jeden Alters beispielsweise Seiden- und Acrylmalerei oder Töpfern lernen können. "Damit möchten wir gezielt auch Jüngere ansprechen", erklärt Marion Wippermann, "und die Begegnungsstätte bekannter machen".

Quelle: RP
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