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Erkrath
Flüchtlinge feiern mit Nachbarn und stellen ihre Charta vor

Erkrath. Die Charta regelt Alltagsprobleme und soll Zusammenleben und Integration der Menschen vereinfachen. Andere Städte haben schon nachgezogen. Von Christian Barra

Der Freundeskreis für Flüchtlinge in Erkrath veranstaltete jetzt in Kooperation mit der Stadt Erkrath zum ersten Mal ein Sommerfest für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Gruitener Straße in Millrath. Dabei wurde auch eine bisher einmalige Charta vorgestellt, die das Zusammenleben und die Integration der Menschen vereinfachen soll, die aus "aller Herren Länder" nach Erkrath kommen und in vielen Fällen auch länger bleiben werden als Wochen oder Monate.

Die Flüchtlinge selbst haben sich für das Sommerfest mächtig ins Zeug gelegt und die Unterkunft in der Nähe des Millrather Bahnhofs nicht nur schön hergerichtet, sondern auch fleißig gestrichen, renoviert und repariert. "Man hat wirklich gemerkt, dass sich die Menschen, die in dieser Einrichtung wohnen, auf das Sommerfest mit Nachbarn und Freunden gefreut haben", berichtet Karl-Heinz Ott, zweiter Vorsitzender beim Freundeskreis, der sich um die Flüchtlinge vor Ort kümmert.

"Bei der Charta ging es vor allem darum, konkrete Situationen, die immer wieder vorkommen, festzuhalten und für alle die gleichen Regeln aufzustellen", erklärt Ott. Zusammen mit Mohammed Assila, Interkultureller Berater in Mettmann, haben sich die Flüchtlinge rege beteiligt. "Es geht zum Beispiel um solche einfachen Dinge, dass nicht im Gebäude geraucht werden darf oder dass ab einer bestimmten Uhrzeit Nachtruhe herrscht", berichtet Ott. "Es geht aber auch um ganz konkrete Probleme im Zusammenleben, die mit solchen Regeln viel einfacher zu handhaben sind".

Kein Wunder, dass diese Herangehensweise auch in anderen Städten für großes Interesse gesorgt hat, Nachahmer haben sich bereits gefunden. Als erster Erkrather unterschrieb übrigens Bürgermeister Christoph Schultz die Charta. Rund 100 Besucher kamen zur Einrichtung in Millrath - nicht nur, um sich einen Eindruck von der Lebenssituation der Menschen zu verschaffen, sondern auch, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie besser kennen zu lernen.

Quelle: RP
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