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Erkrath
Genossenschaft macht extra ein Minus

Erkrath: Genossenschaft macht extra ein Minus
Ein Schwerpunkt der Sanierungsmaßnahmen sind die Häuser am Kalkumer Feld. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Die Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath hat sich die Modernisierung ihrer Häuser etwas kosten lassen. Deshalb schloss das Geschäftsjahr 2014 auch mit einem Minus von 450 000 Euro ab. Der Leerstand liegt bei nur vier Prozent. Von Marita Jüngst

Der Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft Erkrath war in die Jahre gekommen. Und so beschloss die Genossenschaft, in umfassende Kanalsanierungen, Wohnumfeldgestaltungen, Einzelmodernisierungen und auch den Bau von neuen Aufzuganlagen zu investieren. Aus diesem Grund schloss das Geschäftsjahr 2014 auch mit einem Fehlbetrag von rund 450 000 Euro ab. "Dieses Minus war allerdings eingeplant", sagt Detlef Ehlert vom Vorstand.

Die Zahlen wurden Mittwochabend den Mitgliedern vorgestellt, die satzungsgemäß zur Versammlung eingeladen worden waren. Insgesamt 1353 gehören derzeit der Genossenschaft an, die seit dem Jahr 1953 für bezahlbaren Wohnraum in Erkrath sorgt. Aktuell zählen zum Bestand: 141 Häuser, 957 Wohnungen, drei Gewerbeobjekte und 215 Garagen, macht zusammen eine Wohnfläche von 62 000 Quadratmetern.

Im vergangenen Jahr bekamen die Häuser an der Schlüterstraße 1-15 neue Kanäle. Dazu wurde der Boden bis zum Keller ausgebaggert. Anschließend wurden die Außenanlagen neu gestaltet, die nun für die Mieter neue Aufenthaltsmöglichkeiten bieten. Ein weiterer Sanierungs-Schwerpunkt liegt auf dem Bestand am Kalkumer Feld. Überall dort, wo es notwendig ist, werden neue Aufzüge eingebaut, damit die Mieter auch alle Etagen barrierefrei erreichen können, wie beispielsweise Am Rosenberg. "Da dies im laufenden Mietbetrieb geschehen muss, bieten wir Hilfsdienste an, beispielsweise beim Einkaufen", sagt Ehlert.

Die Modernisierung der Wohnungen dagegen erfolgt in der Regel, wenn es einen Mieterwechsel gibt. derzeit liege die Fluktuation der Mieter pro Monat bei acht bis zwölf. Die gestiegene Tendenz liege vor allem am Alter der Mieter, erklärt Ehlert. Einige versterben, andere wollen in eine kleinere Wohnung ziehen, andere vom Berg runter ins Dorf nach Alt-Erkrath, weil der Fußweg zu beschwerlich wird.

Doch um Leerstand muss sich die Wohnungsbaugenossenschaft keine Sorgen machen. "Der liegt bei gerade mal bei vier Prozent", sagt Ehlert. Denn sobald eine Wohnung frei wird, gibt es schon Interessenten. Auch junge Leute. "Wir haben weiterhin Zulauf", sagt Ehlert. Wohl auch, weil sich junge Interessenten den Kauf der Anteile leisten können. Um vollwertiges Mitglied zu werden, müssen Interessenten zwei Anteile erwerben, einer kostet 250 Euro. Wer eine Wohnung beziehen möchte, kauft weitere vier Anteile. Dafür jedoch entfällt eine Kaution für die Wohnung.

Das Genossenschaftmodell funktioniert in Erkrath auch nach rund 55 Jahren immer noch. "Vor allem, weil wir nur an Mitglieder vermieten", sagt Ehlert. Reich werden können die Mitglieder aber nicht. Dividenden werden - anders als in anderen Städten - nicht ausgeschüttet. Überschuss wird gleich wieder in den Bestand investiert. In Zukunft möglicherweise auch in neue Wohnungen. "Wir überlegen, ob wir auf unseren Grundstücken neu bauen oder bestehende Häuser aufstocken", sagt Ehlert. Denn der Bestand ist wie gesagt in die Jahre gekommen. Die ersten Objekte stammen schließlich noch aus den 60er Jahren.

Quelle: RP
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