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Erkrath
Graffiti hellen düsteren Tunnel auf

Erkrath: Graffiti hellen düsteren Tunnel auf
Damian _Bautsch (Graffiti-Künstler) und Heide Horn (Idee und Organisation) haben gut zusammengearbeitet, um den Tunnel in ein neues Licht zu tauchen. FOTO: Stephan Köhlen
Erkrath. Beim "Wettbewerb der besten Ideen", der beim Aktionstag der Wirtschaft erstmals veranstaltet wurde, gab es für die Verschönerung des Tunnels an der Johannesberger Straße bereits den 2. Preis (200 Euro). Jetzt war die Einweihung. Von Nicole Marschall

Wer über die Johannesberger Straße von Unterfeldhaus nach Hochdahl - oder in die entgegengesetzte Richtung - will, muss durch einen Tunnel. Der Tunnel verbindet nicht nur die beiden Stadtteile, sondern auch die zwei Standorte der Regenbogenschule. Viele Schüler müssen ihn auf ihrem täglichen Schulweg durchqueren. Kein schöner Weg, sondern eher ein düsterer Angstraum, fand Heide Horn vom Bürgerverein Unterfeldhaus-AKTIV: "Ich bin hier selbst oft lang gegangen und habe mich immer über den dunklen, dreckigen Tunnel geärgert", erzählt sie.

Das wollte sie ändern und fand im Bürgerverein Hochdahl Mitstreiter für ihre Idee. Auch den Förderkreis Kunst und Kulturraum Erkrath e.V. holte sie mit ins Boot: "Die Graffiti, die der Förderkreis mit Graffiti-Künstler Damian Bautsch im Stadtgebiet realisiert hat, gefielen uns sehr gut", so Horn weiter.

Doch für die komplette Gestaltung der rund 400 m² großen Flächen war weitere Unterstützung nötig. Unter dem Titel "Dieser Weg soll schöner werden" meldeten die drei Vereine ihre geplante Verschönerung des Tunnels als Projekt beim diesjährigen Aktionstag der Wirtschaft an. Auf der Projektmesse konnten sie im Frühjahr die Firmen Schilling - die Maler Nr. 1, Wiwox und Rewe Stockhausen als Partner gewinnen. Außerdem packte die Jugendfeuerwehr Erkrath tatkräftig mit an, um den Tunnel für die Maler- und Graffitiarbeiten zu reinigen. Der Aktionstag allein reichte für das Mammutprojekt nicht aus. Schon vor dem Aktionsdatum wurden Vorbereitungen getroffen und anschließend der Tunnel vier Tage gesperrt, um in Ruhe Sprayen zu können.

Dazu holte Damian Bautsch sechs Sprayerkollegen mit an Bord. Die durften sich an einer der beiden Tunnelwände austoben und ihre Tags kreativ auf den Beton bringen. "Das hier vorne ist von ,Magic', einem Urgestein der Düsseldorfer Sprayerszene", erklärt Bautsch, der selbst seit gut 25 Jahren sprayt und sein Hobby zum Beruf gemacht hat, eines der für den Laien nicht gleich entzifferbaren Tags.

Er selbst hat sich die zweite Wand vorgenommen und mit Kindermotiven den Bezug zum Schulweg der Regenbogenschüler hergestellt. Zwischen den als einzelne Motive gehaltenen Comicfiguren sind immer wieder sehr einfache Schriftzüge zu sehen, die man so nicht unbedingt in einem professionellen, legalen Graffiti erwartet.

Absicht, versicherte der Künstler bei der offiziellen Eröffnung am vergangenen Donnerstag: "Die Idee dahinter ist die Prävention: Legale Graffiti sind der beste Schutz vor illegalen." Der Ehrenkodex hält andere Sprayer davon ab, die Werke anderer zu "beschmieren". Und sollte sich doch mal jemand nicht dran halten, so fällt es auf Bautschs Wand unter den vielen einzelnen Motiven nicht gleich ins Auge.

Die Mitglieder von Unterfeldhaus-AKTIV, Bürgerverein Hochdahl und dem Förderkreis Kunst und Kulturraum Erkrath sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bei der offiziellen Einweihung des frisch verschönerten Tunnels, zu der auch Bürgermeister Christoph Schultz kam, hob Heide Horn die Teamarbeit hervor, dank der die Neugestaltung erfolgreich gelingen konnte: "Alleine wäre das nicht möglich gewesen." Der Tunnel ist jetzt hell und freundlich. Dazu haben die Künstler bewusst auf Pastelltöne gesetzt.

"Ursprünglich sollten es Regenbogenfarben werden", nennt Damian Bautsch die Zielsetzungen, mit denen Heide Horn und ihre Mitstreiter an ihn herangetreten waren, "davon sind wir ein wenig abgerückt, damit der Tunnel wesentlich heller wird." Wer aufmerksam hinschaut, findet aber hier und da einen angedeuteten Regenbogen - und sogar ein Einhorn.

Quelle: RP
 
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