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Erkrath
Grüne messen die Luftbelastung

Erkrath: Grüne messen die Luftbelastung
Oliver Krischer, Vize-raktionsvorsitzender der Grünen Bundestagsfraktion, installierte an der Neanderstraße ein Messröhrchen für die Stickoxidbelastung. FOTO: dj
Erkrath. Mehr als 80 deutsche Städte haben zu hohe Stickstoffdioxidbelastungen, allein in NRW sind es rund 30. Wie sieht es in Erkrath aus? Das wollen Bündnis 90/Die Grünen jetzt genau wissen und messen zehn Tage lang an zwei Orten. Von Nicole Marschall

"Jährlich sterben in Deutschland rund 10.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzungen", nennt Oliver Krischer, Vize-Fraktionsvorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Untersuchungsausschuss zum Diesel-Skandal, erschreckende Zahlen. Das sind dreimal mehr als 2016 im Straßenverkehr umkamen.

Der Grenzwert für die Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) in der Außenluft beträgt 40 µg/m³ im Jahresmittel. Dieser Wert wird in mehr als 80 deutschen Städten überschritten. "Die Zahlen gehen nicht zurück, obwohl die Hauptquelle für die hohe Stickoxidbelastung - die Diesel-Fahrzeuge - auf unseren Straßen weniger geworden sind", sagt Krischer und betont: "Jetzt wissen wir auch warum: Die Autoindustrie hat Jahre lang belogen und betrogen. Selbst neueste Diesel-Fahrzeuge überschreiten die zulässigen Grenzwerte um das Zehn- bis 15-fache." Im Diesel-Gipfel haben die Grünen die Nachrüstung der betroffenen Fahrzeuge gefordert.

In Stuttgart wurden Stickoxidbelastungen von 86 µg/m³, in München rund 80 µg/m³ und in Hamburg etwa 60 µg/m³ gemessen, führen die Erkrather Grünen einige Vergleichszahlen an. "Meine Heimatstadt Düren hat mit 69 µg/m³ den zweithöchsten Wert in NRW", so Oliver Krischer. Das kam bei der Messung der Feinstaubbelastung durch den Braunkohleabbau nebenbei ans Tageslicht. Düren - eine Stadt, die man wohl eher nicht auf dem Schirm hat, wenn man an hohes Verkehrsaufkommen und Schadstoffbelastungen denkt. Könnten in Erkrath ähnliche Werte gemessen werden?

"Erkrath ist nicht nur durch die Lage an der Schnittstelle zweier Autobahnen, sondern auch durch den starken Pkw- und Lkw-Verkehr auf einer Reihe innerstädtischer Straßen durch den Straßenverkehr hoch belastet", fasst Peter Knitsch, Sprecher des Erkrather Ortsverbands der Grünen, Ergebnisse zusammen, die unter anderem durch Verkehrszählungen zur Lärmkartierung erhoben wurden. "Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es hier allerdings keine aktuellen Messungen zur Höhe der Luftschadstoffe, insbesondere den Stickoxiden und dem Feinstaub, durch die die Bürgerinnen und Bürger an viel befahrenen Straßen in Erkrath belastet werden." Genau das wollen die Grünen nicht zuletzt aufgrund des Abgasskandals und der fehlenden Konsequenzen der Bundesregierung nun ändern. Dazu haben sie am vergangenen Donnerstag an der Neanderstraße und der Bergischen Allee zwei Messgeräte zur Erfassung der Stickstoffdioxidbelastung an Laternenmasten installiert. Röhrchen mit einer Paste - platziert in Plastikbehältern - fangen zehn Tage lang die Luft in Alt-Erkrath und Hochdahl ein. Anschließend werden die Röhrchen in einem Labor ausgewertet. Die Werte sollen noch vor der Bundestagswahl vorliegen und den Erkrathern Klarheit verschaffen.

Quelle: RP
 
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