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Erkrath
Historische Wanderung durch Hochdahl

Erkrath. Herbert Bander erklärte den Teilnehmern der Exkursion die Geschichte der Bayer-Villa. Von Gundel Seibel

Einen Spaziergang vorbei an wichtigen Zeugen der Hochdahler Geschichte unternahm Herbert Bander am Samstag im Auftrag des Bergischen Geschichtsvereins, Sektion Erkrath. Mehr als 20 interessierte Hochdahler und Erkrather Bürger waren trotz des regnerischen Wetters gekommen, um an Ort und Stelle zu erfahren, was Heimatforscher in den letzten Jahrzehnten zusammengetragen hatten. Herbert Bander zitierte unter anderen die Recherchen von Lothar Eulner und Hannah Eggerath.

Die persönlichen Kindheits- und Jugenderinnerungen des Hochdahlers prägten sich aber bei den Zuhörern besonders ein. Vor der für Hochdahl einmaligen Bayer-Villa aus dem frühen 19. Jahrhundert, die gegenwärtig im Besitz der Firmen W.I.R. und I.R.W. sind, erzählte Herbert Bander von Frau Sucker. Der war er in seiner Kindheit begegnet, weil er für seinen Vater Vereins-Spenden einsammeln sollte. Frau Sucker war mit ihrer Familie nach dem Krieg bei den Bayers zwangsweise eingewiesen worden, wie sehr viele Menschen aus dem Osten. Am Webstuhl habe sie gesessen und das Kind Herbert durch ihre unfreundliche Art erschrocken. Das Geld habe sie ihm wortlos in die Hand gesteckt. Tatsächlich sind die anschaulichen Erzählungen solcher Begebenheiten erlebte Geschichte. Herbert Bander weiß noch viel mehr davon. In Glanzzeiten habe zur Bayer-Villa ein eigener Tennis-Platz und ein Crocket-Platz gehört. Als Mitglied des Hochdahler Bürgervereins sagt Bander auch, dass der riesige Park um die Villa herum leider noch nicht geschützt sei, im Gegensatz zu Villa und Kutscherhaus, die unter Denkmalschutz stehen. Jedenfalls ist der Wald rund um die Villa seit 1962 für die Bevölkerung geöffnet. Auch das Kutscherhaus wurde bei dem Rundgang von außen besichtigt, leider unbewohnt und ein derzeit unwürdiger Anblick. Die nächste Station Antonius-Kapelle ist das genaue Gegenteil. Einst von einem Herrn Baumann der katholischen Kirchengemeinde geschenkt, wurde sie in den 80er Jahren liebevoll restauriert. Einmal im Monat findet dort eine Morgenandacht statt. Und die Kapelle hat eine Glocke, die im vorigen Jahrhundert von einem Hochdahler Bürger gespendet worden war. Verewigt und in die Bronze der Glocke gegossen habe dieser Spender den Namen seiner außerehelichen Tochter. Aus Liebe oder als Sühne, weiß der Erzähler Herbert Bander nicht. Letzte Station war Gut Schlickum. Diese restaurierte Wohnlandschaft ist seit 1000 Jahren die älteste Ansiedlung in Hochdahl. Rittersitz und Bauernhof war Gut Schlickum, bevor es im Zuge der Stadtteil-Entwicklung durch die EGH verkauft und restauriert wurde. Seitdem wohnen auf dem ehemaligen Vierkanthof viele Familien. Im Herbst wird Herbert Bander einen Rundgang zum Thema Industrie-Vergangenheit anbieten.

Quelle: RP
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