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Erkrath
Im Jugendcafé kracht es vorm Abriss musikalisch

Erkrath: Im Jugendcafé kracht es vorm Abriss musikalisch
Beim "Farewell Sounds Festival" im Jugendcafé am Skaterpark rappten Morrest Gump und Bronko. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Beim Abschiedskonzert in dem beliebten Treffpunkt am Skaterpark spielten vier Bands auf. Das Fest war fröhlich und friedlich. Sensible Ohren wurden auf harte Proben gestellt. Von Thomas Peter

"Farewell" heißt "Lebewohl". Ein letztes "Lebewohl" hat das Jugendcafé am Skaterpark am Freitag erlebt, denn das Gebäude wird im August abgerissen. Der normale Betrieb läuft noch bis dahin weiter, doch unter den Sonderveranstaltungen war das "Farewell Sounds"-Konzert das Finale. "Lebewohl" klingt sanft und pathetisch, doch sanft war der Abend ganz und gar nicht - es wurde vielmehr auf den Putz gehauen.

Also, musikalisch. Ansonsten blieb das fröhliche Fest friedlich. Schon vor dem Einlass um 19 Uhr hatten sich die ersten jungen Leute vor dem Jugendcafé versammelt und ließen die Party ganz langsam angehen. Jugendreferent Werner Meier stand am Grill und briet Würstchen und Kartoffeln, drinnen gab es Bier zu günstigen Preisen (erst ab 16 Jahre. Nach und nach tröpfelten immer mehr Jugendliche und Junggebliebene herein, darunter SPD-Bürgermeisterkandidat Detlef Ehlert, plauderten und warteten auf die Bands.

Deren vier waren angekündigt und spielten in folgender Reigenfolge: "Morrest Gump & Bronko", "Back to Atlantis", "Payzin" und schließlich "anorak.". Alle vier stammen aus der Region und spielen Musik zwischen Rap und Hardcore.

"Bronko" (24) hat sich erst Anfang des Jahres mit "Morrest Gump" (26) zusammengetan, um Hip Hop zu machen. Sie rappen ausschließlich eigene Texte, über Themen, die junge Leute beschäftigen, wie sie sagen. "Wir distanzieren uns ausdrücklich von Aggro-Rappern mit gewaltverherrlichenden Texten", so Bronko. Sprach's, um anschließend auf die Bühne zu gehen und Zeilen wie "Jäger oder Beute, weiße was isch mein, Digger?" vorzutragen. Scheinbar gelten in der Branche andere Maßstäbe.

Wer mit Rap nicht so viel anfangen kann, freute sich auf den zweiten Act "Back to Atlantis". Die fünf aufgeweckten jungen Leute um Sänger Justin (17) bezeichnen die Musik als "Melodic Hardcore". Zur Erklärung für Außenstehende schiebt Justin hinterher: "viel Geschrei". Eine ehrliche Selbstreflexion, denn es wurde sehr laut. "Mir dröhnen noch die Ohren", schrieb Detlef Ehlert am nächsten Tag bei Facebook.

Es war auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung zu den vielen Jazz- und Blues-Konzerten in der Region, und eine nette Abschlussparty für das Jugendcafé. Organisiert hatte es das Team der Einrichtung zusammen mit dem Jugendrat um Felix Katzenburg.

Bis der Neubau fertig ist, wird man sich Ausweich-Locations suchen müssen. So findet im September ein Festival aus der Reihe "Nachtfrequenz" im Bürgerhaus statt.

Derweil war die Nacht noch jung. Marc und Giulio, die den Headliner "anorak." bildeten, beschreiben ihr Genre "Screamo" als melodische Musik mit Schreigesang. Sensible Ohren wurden mit Klopapier zugestopft und sehnten sich nach der After-Show-Party.

Quelle: RP
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