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Erkrath
Internationales Fest geht durch den Magen

Erkrath: Internationales Fest geht durch den Magen
Marokkanische Frauen tischten 2013 erstmals heimische Speisen beim internationalen Frühlingsfest im Bürgerhaus auf. 2014 konnte das Fest nicht stattfinden. FOTO: d. janicki
Erkrath. Unter dem Motto "Erkrath is(s)t bunt" wollen die Organisatoren am Samstag mit landestypischen Spezialitäten Appetit aufs gemeinsame Feiern machen. Und das erstmals an den Hochdahl Arcaden. Von Nicole Marschall

Nachdem das Internationale Frühlingsfest des Erkrather Integrationsrates im vergangenen Jahr ausgefallen ist, ist das Fest in diesem Jahr mit einigen Neuerungen zurück: "Das Frühlingsfest wird erstmals Open-Air stattfinden", erklärt Stefan Freiberg, Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend und Soziales. Offiziell heißt es auch nicht mehr Internationales Frühlingsfest, sondern Internationales Fest - und wird damit saisonunabhängig. Gefeiert wird am Samstag, 4. Juni, von 14 bis 19 Uhr unter freiem Himmel auf dem Arcaden-Vorplatz in Hochdahl. Der Platz hatte sich bereits im vergangenen Herbst bei dem von der stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Lahnstein organisierten Willkommensfest als durchaus feiertauglich erwiesen. "Da am Samstag ja auch die Geschäfte lange geöffnet sind, hoffen wir, so noch ein paar Leute mehr zum Mitfeiern zu bewegen", nennt Freiberg einen willkommenen Nebeneffekt der neuen Location.

Auch das Motto "Erkrath is(s)t bunt" wird sicherlich den ein oder anderen Besucher mehr anlocken: "Unsere Verbindung geht durch den Magen", fasst Freiberg den doppelsinnigen Titel in eigene Worte. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Parteien und Organisationen wie der Diakonie oder dem Freundeskreis für Flüchtlinge steuern - wie auch schon in früheren Jahren - die Mitglieder der örtlichen Migranten-Selbstorganisationen kulinarische Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern zum Gelingen des Festes bei. So kann man sich beispielsweise auf Gerichte freuen, die man bereits aus dem Urlaub kennt, oder aber auch mal etwas ganz Neues ausprobieren.

Auf der Bühne werden Sabine Lahnstein und Erkraths Interkultureller Berater Mohammed Assila durch ein fünfstündiges Non-Stop-Programm aus Folklore, Tanz, Musik und anderen Darbietungen führen. Den Anfang macht gegen 14.20 Uhr - nach der offiziellen Eröffnung - eine griechische Tanzgruppe aus Wuppertal, gefolgt von den Karateka der Haaner Karateschule Musashi und der niederländischen Sängerin Xandra. Um 16 Uhr zeigt dann das Kindertheater des Interkulturellen Zentrums (IKZ) Erkrath das Stück "Die Fliege Sum"; anschließend stehen Vorführung des Tanz-Musik-Zirkus Applaus auf dem Programm. Für 17 Uhr ist ein erster Auftritt des Gospelchors der Erkrather Assembly of Gods Gemeinde geplant. Bevor die Gospelsänger dann um 18.30 Uhr ein weiteres Mal mit rhythmisch-christlichen Gesängen die Bühne "rocken", werden noch eine Kindertanzgruppe des Wuppertaler Interkulturellen Familien- und Integrations-Zentrums (Ifiz) und Erkraths "jodelnder Rheinländer" Rainer Tresper alias Pollux den Besuchern die Folklore ihrer Nationen auf ihre eigene Art und Weise näher bringen.

Ausgefallen war das Frühlingsfest des Integrationsrates im vergangenen Jahr übrigens, da es zeitlich in den Herbst verschoben werden sollte, erzählt Max Guder, Flüchtlingskoordinator der Stadt Erkrath. Die Nutzung des Bürgerhauses Hochdahl, wo das Fest seit Jahrzehnten seinen angestammten Platz hatte, als Landes-Notunterkunft für Flüchtlinge machte der verspäteten Feier dann einen Strich durch die Rechnung. Auch zeitlich war an feiern im Herbst nicht mehr zu denken: Sowohl Verwaltung und Integrationsrat als auch der Freundeskreis für Flüchtlinge hatten aufgrund der neuen Situation vor Ort alle Hände voll zu tun.

Als Alternative organisierte Sabine Lahnstein daher auf eigene Faust ein Willkommensfest für Erkrather Bürger und Flüchtlinge auf dem Arcaden-Vorplatz. Aus der Not haben alle Beteiligten nun eine Tugend gemacht: Flüchtlinge sind derzeit zwar nicht mehr im Bürgerhaus, gefeiert wird aber dennoch lieber unter freiem Himmel - und dafür mitten im Zentrum Hochdahls.

Quelle: RP
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