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Erkrath
Kinder starten locker in die Schule

Erkrath. Die Kita-Kinder lernen schon gemeinsam mit Erstklässlern der Johannesschule. Von Nicole Marschall

Um die Kindergartenkinder schon frühzeitig auf den Mathematikunterricht in der Schule vorzubereiten, nutzen die Erzieher das Mathe-Lernprogramm "Mathe 2000", das von der Uni Dortmund speziell für den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule konzipiert wurde. An der Entwicklung des Programms nahmen auch Erzieherinnen des Familienzentrums und Lehrerinnen der Johannesschule teil. Gemeinsame Fortbildungen legten dazu den Grundstein.

"Die Lehrmaterialien sind so aufeinander abgestimmt, dass der Matheunterricht auf den in der Kita gewonnenen Kenntnissen aufbaut", erklärt Bernd Roland, Initiator der bildungspolitischen Initiative des Familienzentrums. Schon während ihrer Kindergartenzeit nehmen die Kinder an Unterrichtsstunden der ersten Klasse teil. Dadurch fällt ihnen der Wechsel in die Grundschule später wesentlich leichter.

"Seit 2009 praktizieren die Johannesschule und das katholische Familienzentrum St. Johannes diese Kooperation zur Vorbereitung der Kita-Kinder auf die Grundschule", erklärt Bernd Roland das Konzept des "Sicheren Übergangs": "Lehrkräfte der Schule und Erzieherinnen stimmen sich beispielsweise bei der Sprachförderung, vor allem aber bei der Vorbereitung auf das Matheprogramm der ersten Klassen in der Schule ab."

"Die intensive und abgestimmte Zusammenarbeit zwischen dem Familienzentrum und der Johannesschule hat sich über die Jahre bewährt. Immer wieder berichten mir unsere Lehrkräfte, dass die Vorschulkinder des Familienzentrums solide Vorkenntnisse in den Fächern Mathematik und Deutsch mitbringen, auf denen die Kollegen aufbauen können", so Regina Bergermann, Schulleiterin der Johannesschule, und sie ergänzt: "Den Kindern wird durch die gemeinsame Arbeit mit den Kindern der ersten Klassen der Übergang sehr erleichtert und sie starten ihre Schulkarriere von Anfang an effektiv."

Den Grund dafür kennt Renate Dudek, Leiterin des Familienzentrums: "Unsere Einrichtung hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag, in dem wir die Kinder auf ihrem Weg ins Schulleben begleiten. Die Schulvorbereitung und der sichere Übergang in die Grundschule startet bei uns nicht erst mit dem Beginn des letzten Kindergartenjahres vor der Einschulung, sondern von Anfang an mit dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten." Die Teilnahme an Unterrichtsstunden sei ein Teil davon, der den Kindern Ängste nimmt.

"Aus unserer Sicht hat das Kooperationsangebot den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erheblich erleichtert", bestätigt Peter Berning, Vater eines Jungen, der nach den Ferien in die zweite Klasse kommt: "Durch die Zusammenarbeit kannte unser Sohn Moritz bereits die Räumlichkeiten, einige Lehrer und künftige Mitschüler." Einschulung und die ersten Schultage verliefen dementsprechend problemlos - trotz Moritz' anfänglicher Skepsis und der Trotzreaktion "Ich geh nicht in die Schule!".

"Ausschlaggebend für meine Idee, ein gemeinsam mit der Johannesschule abgestimmtes System für den Übergang in die Grundschule zu entwickeln, war die Erkenntnis, dass der Primarbereich Kindergarten aus unserem Bildungssystem mehr oder weniger ausgeschlossen ist und keine systemisch integrierte Vorbereitung auf die Schule existiert", erklärt Bernd Roland den Hintergrund des Modells, das seines Wissens nach in der Region einzigartig ist.

"Es ging mit darum, den Kita-Kindern den Einstieg in das schulische Lernen zu erleichtern und Fehlentwicklungen schon von vornherein zu vermeiden. Wir freuen uns sehr, dass das so gut klappt", erzählt Roland.

Quelle: RP
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