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Erkrath
Kulturen lernen sich beim Internationalen Fest besser kennen

Erkrath. Zum ersten Mal fand das Internationale Fest des Integrationsrates unter freiem Himmel statt. Die Location an den Hochdahl Arkaden, die bereits beim Willkommensfest im Herbst getestet worden war, war bestens geeignet, viel mehr Besucher anzulocken als das geschlossene Bürgerhaus. "Solche Feste sind wichtig, damit sich unterschiedlich Kulturen kennenlernen können" sagte Sabine Lahnstein, stellvertretende Bürgermeisterin, als sie das Fest gemeinsam mit Mohammed Assila, dem interkulturellen Berater der Stadt, eröffnete. Viele Vereine, Parteien und Selbstorganisationen waren mit eigenen Ständen vertreten, wo sie über ihre Hilfsangebote für Flüchtlinge und Migranten informierten und orientalische Spezialitäten anboten. Die Speisen sollten im Mittelpunkt stehen und den Erkrather Bürgern die nahöstlichen Kulturen gleichsam durch den Magen nahebringen und schmackhaft machen. Daher auch das Motto des Festes "Erkrath is(s)t bunt". Bei den Frauen des Marokkanischen Familien- und Kulturvereins gab es "Battebot", eine Art kleine Brote mit gewürzter Rindfleisch-Füllung, beim Freundeskreis für Flüchtlinge Tabuola-Salat und Baklava.

Für die richtige Stimmung war ein fünfstündiges Bühnenprogramm aufgefahren worden. Reichlich Abwechslung wurde geboten, als eine Tanzgruppe aus Wuppertal griechische Tänze aufführte und die niederländische Sängerin Xandra, wie schon im September, Lieder aus ihrem eigenen Repertoire sang. Mit großem Interesse schauten sich die Gäste eine Vorführung der Jugendlichen der Haaner Karateschule Musashi an. "Karate ist vor allem der Kampf mit sich selbst. Es geht darum, Ruhe zu lernen, denn in der Ruhe liegt die Kraft", sagte der Karatelehrer. Später gab noch mehr Musik, vom internationalen Friedenssänger Wolfgang Hildebrandt und dem Erkrather Gospelchor "Assembly of God". Niedlich: Die kleinsten Mitglieder des Interkulturellen Zentrums zeigten in bunten Kostümen das Theaterstück "Die Fliege Sum".

Die Neanderdiakonie informierte über ihre Sprachkurse und Spiel- und Lernangebote für Kinder. Und sie sucht noch Flüchtlingspaten. "Derzeit betreuen 20 Paten rund 80 Flüchtlinge, aber wir brauchen noch mehr" sagt Vorsitzende Beate Grass. Melden kann man sich unter der Telefonnummer 0211 - 28 07 03 45 oder bei den Treffen dienstags und donnerstags im Haus der Kirchen.

Der Kanzlerkandidat von 2013 und Bundestagsabgeordnete für den Mettmanner Südkreis, Peer Steinbrück, besuchte das Internationale Fest. "Das private Engagement, das ich hier sehe, ist sehr wichtig" sagte Steinbrück. "Die Integration ist eine der größten Herausforderungen für die nächsten Jahre, auch finanziell".

(tpp)
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