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Erkrath
Kunstgalerie im Naturschutzzentrum

Erkrath. Der Erkrather Maler und Grafiker Herbert Marschlich stellte 30 seiner Werke aus, die alle für den guten Zweck gekauft werden konnten. Ein großer Teil des Erlöses war für den "Freundeskreis für Flüchtlinge in Erkrath" bestimmt. Von Thomas Peter

Am Wochenende war das Naturschutzzentrum Bruchhausen eine Kunstgalerie. Der Erkrather Maler und Grafiker Herbert Marschlich stellte in den Räumen des Hauptgebäudes 30 seiner Werke aus, die alle für den guten Zweck gekauft werden konnten. Die Erlöse gehen zum großen Teil an den Verein "Freundeskreis für Flüchtlinge in Erkrath".

Die Idee dazu hatte Heike Kuss, Industriekauffrau, Lebensberaterin und Mutter von sieben Kindern, davon auch zwei Adoptivtöchtern aus Bulgarien. Heike Kuss hatte die nötigen Beziehungen, kannte sowohl Künstler Herbert Marschlich als auch Karin Blomenkamp vom Naturschutzzentrum. Ihr Nachbar, Dieter Thelen, ist sehr aktiv in der Flüchtlingshilfe, und so lag es nahe, beides zusammenzuführen und eine Benefiz-Ausstellung zu organisieren.

"Der Verein Freundeskreis für Flüchtlinge braucht dringend Unterstützung", sagt Heike Kuss. Und die nimmt Monika Funk, 1. Vorsitzende, dankbar an. Denn es gibt viel zu tun. Täglich kommen hunderte neue Flüchtlinge nach Deutschland, in Erkrath sind es zurzeit mehr als 750 in Heimen, Erstaufnahmeeinrichtungen und Sozialwohnungen.

Die Menschen brauchen Hilfe bei der Orientierung in ihrer neuen Heimat, bei Behördengängen und Deutschkursen. Der Verein stellt Kontakte her, stellt Übersetzer und veranstaltet Treffen zur Teilhabe, wie Fußballtraining, kreative Handarbeit und Malen für Kids.

Unterstützung erhielt der Verein auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Lahnstein, die mitgeholfen hat, die Ausstellung in Bruchhausen zu organisieren. Für die Vernissage am Freitag hatte Lahnstein eine kleine Rede vorbereitet, um den Helfern zu danken und auf die Notlage der Flüchtlinge hinzuweisen.

Doch bedauerlicherweise kamen kaum Gäste. Nicht einmal Gratis-Wein, Kaffee und Kuchen vermochten potenzielle Käufer anzulocken. Eigentlich sollte es am Eröffnungsabend eine Versteigerung geben, doch ob sich dafür noch genug Interessierte eingefunden haben, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Dabei lohnte es sich. Die Werke von Herbert Marschlich, von Öl auf Leinwand über Aquarelle bis zu computergenerierten Grafiken, sind künstlerisch wertvoll und handwerklich exzellent gearbeitet. Sie stellen Natur und Gebäude aus der französischen Provence dar und erzeugen Urlaubs-Gefühle beim Betrachten.

Auch mit Flucht und Vertreibung hat sich Marschlich schon lange beschäftigt. Zwei der ausgestellten Bilder zeigen stilisierte Flüchtlingslager und deren Chaos und Trostlosigkeit. "Wo viel Bereitschaft ist, kann man auch etwas bewirken", sagt Heike Kuss.

Quelle: RP
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