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Erkrath
Lebendige Geschichten im Archiv des Frohsinns

Erkrath: Lebendige Geschichten im Archiv des Frohsinns
Marianne Schug frischte in Richard Voges Karnevalsarchiv die Erinnerungen an die 70er Jahre im Hochdahler Karnevalskomitee auf. FOTO: D. Janicki
Erkrath. Sobald Chefarchivar Richard Voges die Stiege zum Tag der offenen Tür seines Erkrather Karnevals Archivs freigab, strömte lokale Politikprominenz hinauf. Neben den beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Regina Wedding und Sabine Lahnstein - beide närrisch beherzt - waren auch zwei Bürgermeisterkandidaten nach Millrath gekommen. Von Lars Mader

Reinhard Knitsch fing die Stimmung in der kleinen Scheunengalerie intuitiv ein: "Ein Museum des Frohsinns ist das hier." Doch Szeneexperte Voges warnte vor zu viel Blauäugigkeit: "Karnevalisten können die muffeligsten Leute sein, die es gibt. Der Frohsinn kommt dann später."

Auch Christoph Schultz bekennt, beim Karnevalstreiben "regelmäßig mit Spaß an der Freud dabei" zu sein. Schultz hat in eine närrische Dynastie eingeheiratet. Er berichtet, dass im Jahre 1996 seine Frau Sina in Unterbach Kinderprinzessin war und auch ihre Eltern und Großeltern dort Prinzenpaar gewesen und "schwer karnevalistisch verwurzelt" sind. Die Orden, welche diese Tollitäten nachweisen, lassen sich selbstverständlich an Voges' Ausstellungswänden entdecken und Schultz setzt noch drauf: "Der Karneval wirkt auch verbindend zwischen Hochdahl und Alt-Erkrath."

Neu in die Archivkollektion eingebracht wurden, neben den Orden der vergangenen Session, Funde aus einer Voges übergebenen Schenkungskiste aus der Dortmunder Gegend. Darin fand er etwa den Prinzenorden der KG Grün-Weiß Walsum: "Das Kupfergemisch war rabenschwarz. Die Oxidierung habe ich mit Zahnbürste und Pasta runtergekriegt." Auf dem gesäuberten Orden fanden sich Lottozahlen graviert, die Voges und seine Frau aus Jux bei der nächsten Ziehung spielten: "Wir haben nichts gewonnen."

Eine schöne Überraschung war der erstmalige Besuch der heutigen Düsseldorferin Marianne Schug im Archiv. Sie erzählte von einem fast vergessenen Kapitel der Erkrather Narrengeschichte. Anfang der Siebziger Jahre war sie nach Hochdahl gezogen und hatte das aus den Hochdahler Chören hervorgegangene Karnevalskomitee Hochdahl (KKH) mitgegründet: "Ich war im Elferrat und mittendrin. Mich konnte man überall gebrauchen."

Auf eigenen Wagen fuhr das KKH damals in Hochdahl, Erkrath und Hilden mit und trat bei Prunksitzungen im Düsseldorfer Hotel Hilton an. Voll Begeisterung entdeckte Schug die einstigen närrischen Freunde auf einem ausgestellten Foto wieder. Es zeigt Peter und Anneliese Friesenkothen, die im Jahr 1974 zum ersten KKH-Prinzenpaar gekrönt wurden.

Im Handumdrehen konnte der gut sortierte Sammler Voges der Karnevalpionierin Schug einen KKH-Orden aus dem Jahr 1975 präsentieren.

Quelle: RP
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