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Erkrath
Lokschuppen steht wieder unter Dampf

Erkrath: Lokschuppen steht wieder unter Dampf
Schatzmeister Wolfgang Neukirchen (li.) und Vorsitzender Ralf Fellenberg. FOTO: koehlen
Erkrath. Ab sofort ist das Museum an jedem vierten Sonntag im Monat von 11 bis 18 Uhr geöffnet - wie gewohnt bei freiem Eintritt. Von Thomas Peter

Es gab zwar erst wenige richtige Frühlingstage in diesem Jahr, doch der Kalender sagt etwas anderes. Deshalb ist gestern auch der Verein "Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl" in die neue Lokschuppen-Saison gestartet. Künftig wird das Museum wieder an jedem vierten Sonntag im Monat von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein - natürlich bei freiem Eintritt.

Vorsitzender Ralf Fellenberg ist zufrieden mit dem ersten Tag. "Bis halb eins war es angenehm voll", sagte er, und freute sich, dass besonders viele Mütter mit ihren Kindern gekommen seien. Normalerweise seien ja die Väter für die Eisenbahn zuständig. Und der im letzten Jahr vorgestellte restaurierte "Henkel-Wagen" sei nach wie vor das Flaggschiff des Museums; viele seien extra gekommen, um ihn zu fotografieren.

Als nächstes steht ein geistiger Nachfolger des grünen Güterwaggons zur Restaurierung an: Ein gedeckter Güterwagen mit Tonnendach aus Düsseldorf-Flingern braucht ein neues Dach, eine neue rote Lackierung und die originalgetreue Beschriftung. Vorstandsmitglied Reiner Reschke ist für die Fahrzeuge zuständig.

Doch auch im Lokschuppen selbst lohnt sich das Verweilen. Original-Exponate aus 176 Jahren Hochdahler Eisenbahngeschichte lassen eine faszinierende Welt der Technik erahnen, als noch nichts mit elektronischen Anlagen automatisiert war. So kann der Besucher selbst ausprobieren, wie viel Kraft nötig war, um einen Weichen- oder Signalhebel in die andere Position zu drücken - für den Weichenarbeiter gerne rund 100 mal am Tag.

Neu dazugekommen ist eine Modell-Dampflok der Baureihe 01, wie sie die Deutsche Bahn früher an Bahnhöfen für Kinder aufgestellt hatte. Für 20 Pfennig konnte man die Räder für ein paar Minuten in Betrieb setzen. Einige Exponate sind an das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen-Hösel ausgeliehen, das gerade "175 Jahre Schlesische Bahnwelten" feiert.

Im Lokschuppen wurde außerdem die "Fahrkartenausgabe" neu gestaltet und residiert nun im ehemaligen Museumsshop. Dafür ist der "Bahnladen" in das ehemalige Kontrollhaus umgezogen und bietet für Eisenbahnfans und -kundige eine wahre Fundgrube an Büchern, Modellen und Ansichtskarten. Für fünf Euro gibt es eine original Dienstanweisung "Signalbuch" von 1959 und für 15 Euro eine Vinylschallplatte mit Eisenbahngeräuschen der Steilstrecke Erkrath-Hochdahl.

"Wir sind bei Eisenbahn-Interessierten bekannt" sagt Archivmitarbeiter Uli Schimschock. Immer wieder kämen Leute, um dem Verein ihre Erbstücke anzubieten. Dann wird genau geschaut, ob sie ins Archiv oder ins Museum passen, und gern genommen. "Was wir mehrfach bekommen, verkaufen wir im Laden", so Uli Schimschock.

Quelle: RP
 
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