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Erkrath/Düsseldorf
Mülldeponie: Awista droht mit Anwalt

Erkrath/Düsseldorf: Mülldeponie: Awista droht mit Anwalt
Stellten kurz vor Weihnachten die Pläne für die Süd-Erweiterung der Hubbelrather Mülldeponie vor (v.l.): Hans-Joachim Rolving, Jörg Piepers und Peter Ehler, Geschäftsführer der Awista. Weil die Deponie so immer näher an Erkrath heranrückt, sind die Erkrather Politiker besorgt. FOTO: Achim Blazy
Erkrath/Düsseldorf. Bernhard Osterwind (BmU) hatte im Interview mit der Rheinischen Post behauptet, die Mülldeponie in Hubbelrath sei nicht ganz dicht. Die Düsseldorfer Stadtwerke weisen die Vorwürfe scharf zurück und kündigen rechtliche Schritte an. Von Oliver Wiegand

Als wir vor wenigen Tagen den Erkrather Kommunalpolitiker Bernhard Osterwind nach seiner Meinung zur geplanten Erweiterung der Mülldeponie in Hubbelrath fragten, kamen die Antworten wie aus der Pistole geschossen. Er behauptete im Gespräch mit der Rheinischen Post: "Die Deponie ist undicht. Verschiedene Chemikalien, quer durchs Chemiebuch, werden aus dem Deponiekörper ausgewaschen. Die Deponie enthält nicht nur Bauschutt, sondern auch verschiedene Industrieabfälle und Schlacken. Auch illegal wurde auf der Deponie Material entsorgt."

Osterwind, der für die Wählervereinigung Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) im Erkrather Rat sitzt, beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit der Deponie. Seine Worte stoßen bei der Düsseldorfer Awista als Betreiber der Deponie auf scharfe Kritik. Seine Aussagen habe man mit "Befremden zur Kenntnis genommen", heißt es in einem Brief der Awista an Osterwind, den das Unternehmen auch an die RP geschickt hat. Vor allem die Behauptung, auf der Deponie sei auch illegales Material gelagert worden, "entbehre jeder Realität", so die Awista in ihrer Stellungnahme.

Die entsorgten Abfälle unterliegen einer strengen Kontrolle und werden jährlich in einem Bericht dokumentiert. Bis heute habe es darüber keine Beanstandungen gegeben, so die Awista. Die Aussage, es würden dort verschiedenste Chemikalien "quer durch das Chemiebuch" gelagert, stimme so nicht. Rund um die Deponie gibt es Beobachtungsbrunnen, die regelmäßig durch Umweltlabore überprüft werden.

Die Ergebnisse werden für jeden zugänglich im so genannten "ADDISweb" veröffentlicht. Auf der Webseite www.addis.nrw.de kann man die Werte der einzelnen Brunnen überprüfen. Die Messergebnisse zeigen laut Awista deutlich, dass in zwei "benachbarten Brunnen" eine Grundwasserbeeinträchtigung durch erhöhte Chlorid, TOC und AOX-Werte vorliege. Allerdings liege hier kein gesundheitsgefährdendes Potenzial vor, schreibt die Awista. Der Brief an Osterwind endet mit einer deutlichen Aufforderung. Er habe die "zweifelsfrei widerlegten" Aussagen über illegale Ablagerungen sowie über die Qualität des Grundwassers zu unterlassen. Im Wiederholungsfalle sehe man sich gezwungen, "rechtliche Schritte zur Unterlassung derartiger Aussagen einzuleiten. Trotzdem sei die Awista bereit, das Projekt "Südliche Erweiterung" der Deponie umfassend persönlich zu erläutern.

Unterschrieben hat den Brief Peter Ehler. Der studierte Geologe ist Mitglied der Geschäftsführung der Awista. Nach einer Tätigkeit als Amtsleiter beim Umweltamt der Stadt Neuss arbeitete Ehler unter anderem als Abteilungsleiter beim Abfallentsorger Trienekens. Die Zentraldeponie in Hubbelrath nimmt nur so genanntes inertes Material auf. Dazu zählen Steine, Beton, Zement, Ziegel, Glas, Reste von Mauern und aufgebrochenen Straßen. Metalle, Kunststoffe, Papier, Holz und Textilien dürfen nicht mit enthalten sein.

Bei der Bezirksregierung Düsseldorf wird ein Planfeststellungsverfahren für die rund 15 Hektar große Deponieerweiterung eingeleitet. Behörden, Verwaltung und Naturschutzverbände prüfen die geplante Erweiterung und entscheiden, ob und unter welchen Auflagen die Erweiterung in Frage kommt. Die Süderweiterung könnte bis zu 2,6 Millionen Kubikmeter Material aufnehmen, kündigte die Awista kurz vor den Weihnachtsferien an.

Bernhard Osterwind, von der RP auf den Brief der Awista angesprochen, fasst sich in seiner Antwort ziemlich kurz.

"1. Ich bin richtig zitiert worden.

2. Ich halte alle Behauptungen aufrecht", so Osterwind.

Quelle: RP
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