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Erkrath
Niklas (12) töpfert schon wie ein Profi

Erkrath. Niklas Gründker aus Unterbach liebt sein Hobby leidenschaftlich. Jetzt hat er zum ersten Mal ausgestellt. Verkaufen will er aber nichts. Von Laura Micus

"Wow - Wahnsinn." Das ist wohl die Bemerkung, die Niklas Gründker am Samstag am häufigsten gehört hat. Und dann durfte er erzählen. Über seine getöpferten Werke, wie er dazu kam, woher seine Ideen kommen. Leidenschaftlich erzählt er, jeder Besucher merkt: Dieser Junge liebt sein Hobby. Und bitte, ganz wichtig: Die Besucher sollten seine Werke nicht anfassen, damit sie ja nicht beschädigt werden oder gar kaputtgehen.

Der 12-jährige Niklas Gründker aus Unterbach töpfert bereits seit gut drei Jahren, nun hat er sich mal getraut und seine Arbeiten an einem Nachmittag der Öffentlichkeit präsentiert. "Eine Freundin hat gefragt, ob ich auch mal ausstelle. Daher kam die Idee dazu", erzählt er. In der Caritas-Begegnungsstätte konnte er schließlich einen Raum anmieten. Seine Mutter Gabi Gründker arbeitet dort in der Verwaltung und hat ihm dabei geholfen.

Auf zehn Tischen hat er quasi alles ausgestellt, was er jemals getöpfert hat: Dekoration zu Ostern, Halloween und Weihnachten. Einen Buddha, auf den er sehr stolz ist. Sogar ein komplettes Service mit Tassen, Untertassen und Tellern. Und, wohl das Highlight der Ausstellung: ein Schachspiel mit Brett und allen Figuren. Das hat er zu Weihnachten für seinen Zwillingsbruder Jona getöpfert. Seine Eltern sind natürlich mächtig stolz auf ihn.

Jeden Dienstag besucht er in Unterbach einen privaten Töpferkursus mit anderen Kindern zusammen. All seine Werke sind dort entstanden, zu Hause hat er keine eigene Töpferwerkstatt. Seine Ideen gibt ihm die Kursus-Leiterin oder er lässt sich durch Kataloge inspirieren. "Es gab mal eine Vogeltränke bei einem Discounter, die wollte ich kaufen", erzählt Gabi Gründker, "aber da hat Niklas sie einfach selbst getöpfert." Die Arbeitszeit ist unterschiedlich. Mindestens ein bis zwei Stunden dauere es auf jeden Fall, meistens aber sogar über drei Stunden, sagt Niklas. Der Ton muss modelliert, gebrannt und glasiert werden. Zum ersten Mal kam Niklas im Alter von drei Jahren mit Ton in Berührung. Damals nahm er mit seinem Bruder Jona an einem Kursus auf Gut Halfeshof in Mettmann teil. Leiterin Tina Sklarek wollte etwas für Kinder bieten, die draußen spielen möchten. Sie hat verschiedene Materialien mitgebracht zum Spielen, unter anderem Ton. Sie besuchte nun ebenfalls die Ausstellung und ist begeistert: "Das ist Wahnsinn", sagt sie, "ich freue mich, dass er so viel Spaß daran hat, das sind richtig professionelle Arbeiten."

Niklas und Jona seien außerdem ihre ersten Kinder in dem Kursus gewesen. "Das war etwas ganz Neues und Besonderes", sagt sie. Noch mehr Lob kommt von den restlichen Besuchern wie etwa Erika Scheibl: "Dass ein Jugendlicher so dabei bleibt, ist toll", bemerkt sie. Es säßen eben doch nicht alle den ganzen Tag vor dem Computer. "Es gibt Ausnahmen", freut sie sich.

Hauptsächlich Freunde und Bekannte kamen zu der Ausstellung, aber auch Passanten wurden angelockt und warfen einen Blick in den Ausstellungsraum hinein. Am liebsten hätten sie etwas gekauft, aber nein: Die Arbeiten stehen nicht zum Verkauf und Niklas möchte auch kein Geld dafür bekommen, das weiß er ganz sicher. "Die sollen nur zum Verschenken an Freunde und Familie sein", sagt er.

Quelle: RP
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