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Erkrath
Patchworken gegen schlechte Laune

Erkrath: Patchworken gegen schlechte Laune
Christina Richter (l.) und Ingrid Gröbe zeigten wieder ihre Patchwork- und Quiltarbeiten. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Bei einer zweitägigen Ausstellung am Wochenende konnten Interessierte sich einen Überblick verschaffen und Material und Leute kennenlernen. Christina Richter und Ingrid Gröbe waren wieder sehr fleißig. Von Thomas Peter

Textiles Werken ist sehr beliebt bei Frauen zwischen Mitte 20 und Mitte 80, weiß Christina Richter. Aus diesen Kreisen rekrutieren sich auch die Kundinnen, die regelmäßig zu ihren "Stichelnachmittagen" in die Alte Kölner Straße 11 kommen.

In gemütlicher Atmosphäre wird dann bei Kaffee und Kuchen geklönt und gestickt, gestrickt und gehäkelt. Christina Richter hat sich 1997 mit einem Ladenlokal im unteren Bereich ihres Wohnhauses selbstständig gemacht. Dort verkauft sie alles, was mit textilem Werken, besonders Patchwork zu tun hat, und gibt Kurse. Bei einer zweitägigen Ausstellung am Wochenende konnten Interessierte sich einen Überblick verschaffen und Material und Leute kennenlernen, sofern sie nicht längst zum festen Stamm gehörten. Die drei Räume rund um eine ehemalige Garage sind voll von Stoffen, fertigen Quilts, Taschen, Körben und Zubehör und können es locker mit einem "normalen" Handarbeitsgeschäft aufnehmen. Von 11 bis 18 Uhr herrschte ein regen Kommen und Gehen, vor allem aber Zusammensitzen und über "Flickschusterei" nach amerikanischem Vorbild Fachsimpeln. Der "Qulit", der dabei im Mittelpunkt steht, ist eine Art Steppdecke, in der sich auf der Vorderseite mit vielen bunten Flicken geradezu Geschichten erzählen lassen.

In dem Film "Ein Amerikanischer Quilt" (1995) kommen zum Beispiel die Frauen einer Familie zusammen, um ihre Lebensgeschichten zu erzählen und sie gemeinsam in eine Decke für die Hochzeit ihrer Nichte/Enkelin einzuarbeiten. Für Christina Richter hatte die Liebe zum Patchwork mit einem Seidenmalkurs begonnen, den sie einst mit ihrer Freundin Ingrid Gröbe besuchte. Damals hatte die Dozentin die restlichen Farben für bunte Flicken verwendet, die sie dann zusammengenäht hat. Das hat den beiden so gut gefallen, dass sie sich das Handwerk in Kursen bei der VHS und verschiedenen Künstler semi-professionell aneigneten und seit langem schon selbst Kurse geben. Die Kurse finden einmal im Monat statt, jeweils zu einem bestimmten Thema. Der nächste Kurs am 23. Juli etwa behandelt das Maschinenquilten und erfordert eine mitzubringende Nähmaschine sowie eine Kursgebühr von 45 Euro. Es können aber auch Individualkurse gebucht werden, in denen das Quilten von Grund auf erlernt werden kann. Das fängt an mit dem Ausmessen der Stoffe und dem Zuschneiden der Patches mittels Lineal und Rollschneider. Die vier- oder sechseckigen Patches müssen sehr exakt geschnitten werden, damit sie später genau zusammenpassen. Auf der Unterseite erhält der Quilt eine einfarbige Stoffbahn, dazwischen wird eine Schicht aus Vlies eingenäht. Alle Materialien und Geräte können vor Ort gekauft werden.

Quelle: RP
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