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Erkrath
Schillernde Kunst auf Holzfaserplatten

Erkrath: Schillernde Kunst auf Holzfaserplatten
Bianca Schulz stellt in der Erkrather Begegnungsstätte der Caritas an der Gerberstraße aus. FOTO: D. Janicki
Erkrath. Bianca Schulz zeigt zehn ihrer jüngsten Bilder. Beim Picknickfest im Bavierpark hofft sie auf besonders viele Besucher. Von Lars Mader

Spätestens wenn die Sonne sich wieder wenden wird, am 20. Juni, so hofft Bianca Schulz, werden ihre Bilder von vielen Betrachtern gestürmt. Am Nachmittag dieses Tages sind alle Erkrather zum Picknickfest in den Bavierpark eingeladen und die Baumportraits der Künstlerin unter dem Expositionsnamen "A tree is a tree" in der Begegnungsstätte der Caritas rücken mitten ins Auge des Geschehens.

Das 'Verwurzeltsein' und einen festen Stand einzunehmen, hat sich Schulz von den Bäumen als Lebenshaltung abgeschaut und offenbart: "Ich liebe Birken. Sie schälen sich immer wieder und haben dadurch viele Gesichter." Zu gerne würde sie einmal durch die Birkenwälder Russlands streifen.

Schillernde Metallicfarben, so wie man sie vom Autosalon kennt, spachtelte Schulz in bis zu acht Schichten auf Holzfaserplatten. Deren Festigkeit ist Grundvoraussetzung, denn einfache Leinwand würde die wilde Methode nicht überstehen. Ein beschleunigtes Herzpochen stellte sich bei der Farbfanatikerin Schulz jetzt ein, als sie ihre allererste Ausstellung unter dem Titel "Lebenslust" eröffnete. Im Awo-Zentrum Plus an der Ronsdorfer Straße 136 in Flingern hängen für drei Monate geschenkpapierbunten Bekenntnisse; eine zeitgemäße Übersetzung in moderner Symbolsprache, ähnlich der eines Joan Miró. Schulz erläutert: "Dort geht es ums das Hier- und Jetztsein."

Einmal den erfrischenden Sprung in die Weite der Öffentlichkeit gewagt, spielt die Alt-Erkratherin - vor dreizehn Jahren zog sie aus Eller kommend genau zwischen die beiden Kirchtürme - nun in der direkten Nachbarschaft mit ihren Wellen. Schulz malt seit ungefähr zehn Jahren, immer dann, wenn sie sich einmal etwas Gutes tun möchte: "Ich komme dann unheimlich zur Ruhe und kann abschalten." Der Künstlerwirbelwind Ralf Buchholz, mit der fest etalierten Neanderartgroup verstärkt auf Suche nach Neuentdeckungen, inspirierte sie mit der Idee, das gewachsene Werk endlich einmal vorzuzeigen. Schulz berichtet: "Das hat mich so motiviert, dass ich plötzlich viel mehr Bilder gemalt habe." Vierzig Bilder sind so seit Februar entstanden; zehn davon sind in der Caritas-Begegnungsstätte, Gerberstraße 7, zu sehen.

Eine Staffelei bildet inzwischen das Zentrum ihres Wohnzimmers und hält Schulz mitten im Familiengeschehen allein oder gemeinsam mit den drei Kindern im Kreativfluss: "Sobald ein Bild fertig ist, stelle ich eine neue Platte bereit und schaue was passiert."

Unterwegs trägt sie immer ein Skizzenbuch bei sich. Gerade arbeitet Schulz an einer neuen Bilderserie, die sie "Manchmal" getauft hat. Verraten möchte sie dazu bloß, dass es natürlich wieder um das Changieren der Gefühle geht.

Reflexion ist wohl der Schlüsselbegriff zum Verständnis der Werke von Bianca Schulz. Zufrieden mit dem Ergebnis der Hängung legt sie den Hammer aus der Hand und sagt philosophisch weise: "Die größte Kunst ist, das Leben lebendig zu verbringen."

Quelle: RP
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