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Erkrath
Schüler streiten mit Jung-Politikern

Erkrath: Schüler streiten mit Jung-Politikern
Der Erkrather Jugendrat hatte die Nachwuchsorganisationen der großen Parteien zur Diskussion in die Stadthalle eingeladen. Eingeladen war vor allem die Klassen 8 bis 10 des Gymnasiums und der Realschule. FOTO: dietrich janicki
Erkrath. Neun Tage vor der Bundestagswahl hatte der Jugendrat der Stadt zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen. In einer Podiumsdiskussion stellten sich nicht Bundestagskandidaten, sondern Vertreter der Jugendorganisationen von sechs Parteien den Fragen von Jugendlichen aus Erkrath. Von Thomas Peter

Eingeladen waren vor allem die Klassen 8 bis 10 des Gymnasiums und der Realschule. Geplant wurde das ganze vom Jugendrat gemeinsam mit Jasmin Asheuer von Radio Neandertal, die auch die Moderation übernahm. Im Anschluss konnten die Jugendlichen selbst ihre Stimme abgeben, im Rahmen der bundesweiten "Wahl #U18".

"Wir haben uns sehr gefreut über eurer ganzen Fragen", begrüßte Jugendrats-Vorsitzende Viktoria Weber die Realschüler - die Gymnasiasten hatten sich verspätet. Im Politikunterricht war die Podiumsdiskussion vorbereitet worden und die Schüler hatten eine große Zahl an Fragen vorbereitet. So viele, dass der Ablauf kurzfristig geändert werden musste: Es sollte nur noch je eine Frage zu jedem Themenbereich ausgelost werden, damit trotz begrenzter Zeit von zwei Stunden jeder zu Wort kommen kann. Zunächst stellten sich die Diskutanten der Reihe nach vor und erklärten, wie sie zur Politik gekommen waren und wie sich ihre Jugendorganisation von der Mutterpartei unterscheidet. Alle sechs betonten, dass ihre Jugendabteilung relativ unabhängig von den "Großen", gleichzeitig aber auch Antreiber und Ideengeber für diese sei.

Das Thema "Situation der Schulen im Land" berührte die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen natürlich am meisten, die sich sehr interessiert zeigten und viele Zwischenfragen stellten. Sebastian Köpp (Junge Union) erklärte, er sitze in seiner Heimatstadt Langenfeld im Schulausschuss und kritisierte zwei Punkte: zum einen müsse mehr gegen den massiven Unterrichtsausfall getan werden, zum anderen müsse die Digitalisierung vorangetrieben werden. "In der Digitalisierung sind unsere Schulen ein Entwicklungsland", so Köpp. Jules El-Khatib (Linksjugend) forderte, dass nach dem Unterricht bis 16 Uhr keine Hausaufgaben mehr anstehen sollten, damit die Schüler mehr Freizeit hätten und den Spaß an der Schule behielten. Jan Pfeifer (Jusos) und Shabestan Abromand (Grüne Jugend) stritten darüber, wer nun das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Schulpolitik abschaffen wolle.

Marco Schild (Junge Alternative), brachte mit seiner Beobachtung, dass Behinderte an "sogenannten Inklusionsschulen" gemobbt würden, den Stein ins Rollen. An der Rolle der AfD erhitzten sich die Gemüter und es wurde nicht mehr nur über "Mobbing an Schulen", sondern über Rechts und Links an sich gestritten.

Jules El-Khatib erklärte, er habe ein Problem mit "Parteien, die jährlich 200.000 Migranten abschieben und an der Grenze auf Flüchtlinge schießen lassen" wolle. "Wir sind eine demokratische Partei" entgegnete Marco Schild. "Es kann nicht gutgehen, wenn Millionen Menschen aus homophoben, antisemitischen und frauenfeindlichen Kulturkreisen in Deutschland leben" so Schild. Sebastian Köpp nahm das Stichwort auf: "AfD, genau das seid ihr, dann geht doch auch!" - Jubel im Publikum.

Moderatorin Jasmin Asheuer war zufrieden. "Ich finde, es war eine lebendige und unterhaltsame Veranstaltung". Die Jugendlichen hätten zu Anfang von sich selbst gesagt, dass sie sich nicht für Politik interessierten. Die rege Beteiligung habe jedoch das Gegenteil bewiesen und gezeigt, dass Politik unser aller Alltag mitbestimmt.

Quelle: RP
 
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