| 00.00 Uhr

Erkrath/Unterbach
Schützenbund zeichnet die Bruderschaft in Unterbach aus

Erkrath/Unterbach: Schützenbund zeichnet die Bruderschaft in Unterbach aus
Axel Rutsch ist bei den Unterbacher Schützen auserkoren, das Anno-Santo-Kreuz tragen zu dürfen - bis zu seinem Lebensende. FOTO: Andreas Endermann
Erkrath/Unterbach. Schützen erhalten nach Rom-Wallfahrt im "Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" das päpstliche Anno-Santo-Kreuz. Von Lars Mader

Beim Schützenfest werden gerne Traditionen gepflegt. Vieles geht den gewohnten Gang. Und doch gibt es auch bei den Festivitäten der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Unterbach alljährlich jene Besonderheiten, die in Erinnerung bleiben und den Unterschied zu anderen Jahren ausmachen.

Einer, der stets den Überblick behält, ist der neugewählte 1. Vorsitzende Elmo Keller. Die Sonne lacht über dem Landhotel Am Zault, wo sich die Schützen versammeln. Das tolle Licht nutzt Keller, um stolz ein hübsches Erinnerungsfoto mit Tochter Antonia aufzunehmen, die in diesem Jahr gemeinsam mit Marc Phillip Fink das ehrenvolle Amt des Jungschützen-Prinzenpaares innehat. Alles strahlt um die Wette, doch als Keller nach seiner Zwischenbilanz gefragt wird, verzieht er zweifelnd die Augenbrauen: "Die Bilanz ist noch sehr durchwachsen." Nach Niederschlägen in der Vorwoche hatte sich die Festwiese vollgesogen wie ein nasser Schwamm. Dreimal wurde aufgekiest bis fester Tritt gegeben war. Trotzdem ließen sich die Besucher vom Kirmesbesuch nicht abhalten.

Doch nicht der Regen wird in Erinnerung bleiben, dieser Rang wird ihm von einem kleinen Schmuckstück abgelaufen, das Axel Rutsch seit kurzem direkt über dem Herzen trägt. Überall werde er nun auf sein Anno-Santo-Kreuz angesprochen, berichtet der Ex-Vorsitzende.

Als Ältester einer Rom-Wallfahrt hat er nun das Vorrecht, ein vom Papst persönlich gesegnetes und vom deutschen Schützenbund verliehenes Silber-Kreuz sein Leben lang tragen zu dürfen. Franziskus hatte das Jahr 2016, außerhalb des sonst üblichen 25-jährigen Taktes, zum Heiligen Jahr ausgerufen. Auf der zu diesem Anlass organisierten Jugendwallfahrt, die der Jungschützenmeister der Diözese Köln, Andreas Diering aus Unterbach, mitverantwortete, war Rutsch mit seinen gerade einmal 51 Lebensjahren der Senior der Gruppe. Diering hatte seine älteren Hubertusschützenbrüder aus treuer Verbundenheit mit eingeladen. Das war nobel von ihm, wenn man bedenkt, dass dem Enddreißiger dadurch die eigene Chance auf die Verleihung des Anno-Santo-Kreuzes entging. Der jetzige Kreuzträger schwärmt von der Pilgerfahrt: "Völlig unerwartet sind wir dem Papst bei einer Sonntagsandacht bis auf drei Meter ganz, ganz nah gekommen. Mit der Sorge, dass das seltene Kreuz im Festrummel abhandenkommen könnte, plagt sich Rutsch indes nicht. Der Polizist behält stets ein gutes Auge darauf.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Erkrath/Unterbach: Schützenbund zeichnet die Bruderschaft in Unterbach aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.