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Erkrath
Städtische Laubbläser ärgern Anwohner

Erkrath. Mit lautem Getöse haben von der Stadt Erkrath beauftragte Arbeiter den Anwohnern von Wiesenstraße, Am Kleff und Trills Laub vor die Häuser gepustet. Nun ist der Ärger groß. Wer muss den teilweise festgefahrenen Glitsch beseitigen? Von Dirk Neubauer

So bunt wie das Herbstlaub ist auf der Wiesenstraße, Am Kleff und Trills die Aufgabenverteilung zwischen Anliegern und der Stadt Erkrath. Die Kommune pflegt die öffentlichen Grünanlagen. Die Anwohner haben laut der Erkrather Satzung die Pflicht, Bürgersteig und Straße bis zur Mittellinie von rutschigem Belag zu befreien.

Im Winter sind damit Schnee und Eis gemeint. Derzeit geht es um Laub. Genauer: um chaotische Laubbläser in städtischem Auftrag, die Anwohner Manfred Tilger (Name von der Redaktion geändert) immer noch zornig machen. Dabei datiert der Auslöser für seinen Ärger zurück auf den 18. Oktober. Damals rückten vier Arbeiter an, um mit lautem Getöse das städtische Grün von Laub zu befreien.

Es "wurde ohne Sinn und Verstand einfach auf die Straßen Trills, Am Kleff und Wiesenstraße gepustet und flog teilweise in hohem Bogen wieder auf die Bodendecker in den Beeten zurück." Straßen und Vorgärten bekamen ebenfalls Blätter zu Hauf ab. Anders als in den Vorjahren jedoch kümmerten sich die vier Arbeiter nicht weiter um die Herbst-Last, harkten die alten Blätter nicht zusammen und sammelten sie nicht ein.

Das Ergebnis: festgefahrener, festgetretener Glitsch. "Ein Wunder, dass auf dem rutschigen Untergrund noch kein Kind oder Senior den Halt verloren haben und hingefallen sind", klagt Anwohner Tilger. Beschwerden habe das Grünflächenamt erst gar nicht angenommen. Es sei niemand erreichbar gewesen. Bei der Beschwerdestelle der Stadt häuften sich schließlich die Hinweise erboster Anrufer. Dann habe nach Tagen jemand zurückgerufen und zugesagt, dass die zuständige Firma nacharbeitet. Bei den Tilgers Am Kleff ist dies nicht geschehen, sagen sie.

Der damit konfrontierte "Sachgebietsleiter Grün" bei der Stadt Erkrath , André Berg, macht sich die Antwort nicht leicht. Er bittet um ein wenig Geduld und inspiziert zunächst selbst die Wohngebiete der Beschwerdeführer. Danach meldet er sich wie versprochen bei der Redaktion. "In der vergangenen Woche kamen viele Dinge zusammen. Das hat unsere Reaktionszeit verlängert", gibt er zu. Und noch etwas gesteht er ein: Die mit der Grünpflege nach einer neuerlichen Ausschreibung beauftragte Firma haben an einigen Stellen nicht so gearbeitet, wie es sich das Grünflächenamt vorstellt. "Deshalb gab es einigen Schriftwechsel."

Fest steht, dass diese Firma, die sich mit einem günstigen Angebot gegen andere durchgesetzt hat, damit beauftragt worden ist nachzuarbeiten. "Wo dies nach Meinung von Anwohnern nicht geschehen sein sollte, bitte ich darum, eine neue Beschwerde bei uns einzureichen, damit wir dem nachgehen können." Beamte brauchen einen Vorgang , Neudeutsch: ein "Ticket", das man abarbeitet. Der Hinweis auf die Reinigungspflichten der Anwohner folgt. Doch die sehen sich nicht in der Pflicht, das Laub zu entfernen, dass ihnen im städtischen Auftrag auf die Straße vor dem Haus geweht wurden. "Schlimm genug, dass wir unsere Vorgärten mühsam säubern mussten", so Tilger.

Wer sich von städtischen Stellen falsch oder schlecht behandelt fühlt, hat eine Anlaufstelle für Beschwerden. Beschwerde@erkrath.de. Telefonnummer: 0211/2407-3333. Post: Anregungen und Beschwerden, Bahnstr. 16, 40699 Erkrath.

Quelle: RP
 
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