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Erkrath
TSV Hochdahl: Ferienspaß mit und ohne Handicap

Erkrath: TSV Hochdahl: Ferienspaß mit und ohne Handicap
Im Rhythmus stampften die Teilnehmer des Ferienprogramms mit Röhren auf den Boden und bewegten sich dabei gleichzeitig vorwärts. FOTO: d. Janicki
Erkrath. Das Angebot wird von der "Aktion Mensch" gefördert. Von Nicole Marschall

"Gestern waren wir auf einem Kinderbauernhof", erzählt Lethycia: "Da haben wir viele Tiere gesehen." Pferde, Hunde und Kühe haben ihr besonders gefallen und die Esel fand sie "lustig". Zum wiederholten Male ist die Neunjährige beim barrierefreien Ferienangebot des Kinder- und Jugendzentrums des TSV Hochdahl dabei. Fünf Tage lang stehen hier diese Woche je sechs Stunden gemeinsames Turnen, Basteln, Spielen, Musizieren, Backen und Ausflüge machen für Grundschulkinder mit und ohne Behinderung auf dem Programm. 14 Kinder, davon fünf mit Handicaps, nehmen daran teil.

Neben dem Team des vereinseigenen Kinder- und Jugendzentrums, zu dem auch eine Psychologin und eine Fachkraft für Psychomotorik zählen, sorgen diesmal auch Erkrather Bürger für das Gelingen des inklusiven Angebots. "Um eine Förderung von der "Aktion Mensch" zu erhalten, müssen wir uns immer neue Konzepte einfallen lassen", erklärt Jugendzentrumsleiterin Gabriela Klosa: "Diesmal beziehen wir die Bürger mit ein." Ein Erkrather begleitete die Gruppe zum Kinderbauernhof, eine Senioren wird mit den Kindern kochen und backen und am Mittwoch war Clown Finchen - die Erkratherin Heike Becker - zu Gast, um mit den Kindern kleine Vorführungen einzustudieren, die sie zum Abschluss am Freitag ihren Eltern und Großeltern präsentieren werden.

5000 Euro hat der Verein für das laufende Jahr von der "Aktion Mensch" erhalten. Davon werden neben den barrierefreien Ferienprojekten, von denen eins bereits im Sommer stattfand, auch zwei regelmäßige Kurse finanziert: Eine Tanzgruppe für Mädchen von acht bis 13 Jahren wird donnerstags angeboten und eine Mutter-Kind-Gruppe (bei der auch Senioren willkommen sind) donnerstags von 9 bis 11 Uhr.

"Inklusion ist ein langer Weg", weiß Gabriela Klosa: "Wir öffnen uns diesem als Sportverein und Jugendzentrum." Für die Mitarbeiter stelle das geförderte Ferienangebot eine ideale Möglichkeit dar, auf dem Gebiet der Inklusion weitere Erfahrungen zu sammeln und den Sport in den Alltag von Kindern mit Behinderungen zu integrieren. Auch die Eltern müssten erst einmal lernen los zu lassen, sagt sie. Ein Kind mit Down- oder Asperger-Syndrom für sechs Stunden in fremde Obhut zu geben, erfordert Vertrauen. "Die Barrieren existieren aber oftmals nur in unseren Köpfen", so Klosa.

Quelle: RP
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