| 08.01 Uhr

Erkrath
Pispers drei Stunden auf der Bühne

Volker Pispers mit seinem Programm "Bis neulich" in der Stadthalle
Volker Pispers FOTO: rai
Erkrath. Der Vollblut-Kabarettist Volker Pispers gastierte mit seinem Programm "Bis neulich" in der Stadthalle. Ausverkauft war das Haus, begeistert das Publikum und in Hochform der Künstler. Von 20 bis 23 Uhr stand er auf der Bühne, um später noch seine Fans im Foyer persönlich zu begrüßen.

Ungeschoren kam eigentlich niemand aus dem öffentlichen Leben davon, weder Franz Beckenbauer noch Joachim Gauck - weder die Hedgefond-Manager noch Volker Kauder. Und Angela Merkel erst recht nicht.

Zweifellos einen großen Gerechtigkeitssinn hat Volker Pispers. Im Zweifel ist er immer für "die Kleinen". Aber mit seiner Idee von einem "demokratischen Sozialismus" als politisches Staatsmodells für Deutschland schien er nicht alle Zuhörer auf seiner Seite zu haben. Aber das Publikum hatte seine Freude an seinem Vorschlag, den Kunsthändler Achenbach für deutsche Finanzämter auf Provisionsbasis arbeiten zu lassen. Was er da machen soll, war im Augenblick Nebensache, denn der Gag saß. Ausdrücklich relativierte Pispers die Gefahr, die von 6000 Salafisten gegenüber vier Millionen friedliebenden Muslimen in Deutschland ausgehen könnte.

An anderer Stelle schilderte er die griechische Wirtschaftslage in Bezug auf Reiche, Steuerzahler-Verweigerer und fleißigen Kleinbürgern mit so viel Fantasie und Mimik, dass sich die Zuhörer nur noch schenkelklopfend vergnügen konnten. Weniger lustig schien die Prognose, dass die Rentner des Jahres 2030 nur noch 40 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens zu Verfügung haben werden. Warum die Tatsache, dass 25 Prozent aller nach Deutschland kommenden Rumänen einen akademischen Abschluss haben, für die CSU ein Problem sein soll, hat Pispers nicht erklärt. Die Zuschauer fanden es komisch.

Gefordert waren die Zuhörer mit dem turboschnellen Zungenschlag von Volker Pispers. Aber Spaß gemacht hat der Abend auf alle Fälle. Zum Schluss appellierte Pispers an die Zuhörer, auch mal weniger bekannten Kabarettisten, die sich noch keinen Namen im deutschen Fernsehen gemacht haben, zuzuhören. Die hätten in der Regel einiges zu sagen, und Erfolg verdient. Er selbst stehe seit 33 Jahren auf der Bühne, genieße seit etwa 15 Jahren Bekanntheit - und genieße es.

(gund)
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