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Erkrath
Von heute an reist er zehn Jahre um die Welt

Erkrath: Von heute an reist er zehn Jahre um die Welt
Seinen Job hat er zum 30. September gekündigt: Betriebswirt Oliver Hesel liebt Erkrath, hat aber auch große Lust auf die weite Welt. FOTO: dietrich janicki
Erkrath. Der 46-jährige Oliver Hesel leidet unter akutem Fernweh und hat die passende Medizin gefunden. Das nötige Kleingeld dafür hat er auch. Von Klaus Müller

Mit dem Gedanken hat Oliver Hesel schon lange gespielt. Jetzt steht die Erfüllung seines Lebenstraumes kurz bevor. Heute, am 9. Oktober 2017, startet der Flieger nach Taipeh. Dann beginnt eine Reise, die erst in zehn Jahren enden soll.

"Es ist schon einige Jahre her, da fasste ich den Entschluss, auf einer langen Weltreise alle Erdteile und Länder zu besuchen", erläutert Hesel. In der Vergangenheit habe er schon viele Länder bereist. Er sei unter anderem sowohl in den USA und Kanada als auch in einigen Staaten Südamerikas gewesen, mehrfach sogar. Auch verschiedene Länder Asiens kenne er von seinen Reisen. Dies alles sei aber nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was wirklich die Welt bedeutet.

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"Ich leide unter Fernweh", sagt der 46-Jährige schmunzelnd. "Ich liebe meine Heimatstadt Erkrath und unser schönes Deutschland, aber mich treibt immer wieder die Sehnsucht in ferne Länder." Er weiß, dass er vor einem großen Lebensabschnitt steht. "Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Diesen Zeitraum brauche ich aber, um meinen lange gehegten Traum zu verwirklichen."

Intensiv hat er sich mit der geplanten Reiseroute auseinandergesetzt und hofft, dass er seine Ziele umsetzen kann. "Ich geh da nicht aus einer Laune heraus auf eine Weltreise, sondern habe mich im Vorfeld mit vielen Dingen auseinandergesetzt." Dazu gehörte auch die Frage der Finanzierung. Er habe in seinem Budget 25.000 Euro pro Jahr kalkuliert, so Hesel. Dies seien Erfahrungswerte, die ihm von Experten mitgeteilt wurden.

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Mit finanziellen Dingen kennt er sich aus, denn der Diplom-Betriebswirt arbeitet seit vielen Jahren in der Bankbranche. Den Job hat der ledige Erkrather zum 30. September gekündigt. "Ich habe ordentliche Rücklagen gebildet, so dass ich das Budget im Blick halten kann." Er werde zudem während seiner langen Aufenthalte in den verschiedenen Erdteilen arbeiten, damit Geld reinkomme. "Pro Erdteil habe ich rund zwei Jahre Aufenthalt eingeplant."

Der abenteuerlustige Weltenbummler hat zudem vor, regelmäßig als Blogger zu berichten und auch Bücher über die Erlebnisse seiner Reise zu schreiben und zu veröffentlichen. "Das könnten weitere Einnahmequelle werden." Zudem halte er über seinen Blog weiterhin Kontakt in die Heimat. Während seiner langjährigen Reise will er unter anderem in der Entwicklungshilfe und bei Umwelt- und Klimaschutzprojekten arbeiten sowie sich für verschiedene Organisation sozial engagieren. "Da gibt es viele Einsatzfelder und ich freue mich riesig darauf, mich dort einbringen zu können."

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Für ihn es wichtig, dass er auf der Reise Kontakte knüpft. "Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich in der Abgeschiedenheit einiger Länder oft allen sein werde. Ich weiß aber, dass ähnlich gestrickte Typen wie ich auf der Welt unterwegs sind, mit denen man eine Zeit lang gemeinsam etwas unternimmt und dann wieder getrennte Wege geht." Er mache sich also keinen Kopf darüber, dass er vereinsame. Wer den charismatischen, kommunikations- und diskussionsfreudigen Erkrather kennt, der weiß, dass er schnell Kontakte knüpfen wird.

Oliver Hesel macht keinen Hehl daraus, dass er bei Freunden und Bekannten zunächst einiges Kopfschütteln geerntet habe, als er von seiner bevorstehenden Weltreise berichtete. "Doch nach einigem Zögern klopften sie mir auf die Schulter, bewunderten meinen Mut und wünschten mir viel Glück und vor allem Gesundheit." Schwieriger sei es mit seiner Mutter. "Die hat sich mit dem Gedanken noch nicht ganz angefreundet, wofür ich volles Verständnis habe."

Quelle: RP
 
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