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Erkrath/Mettmann
Was die neuen Bürgermeister vorhaben

Erkrath/Mettmann: Was die neuen Bürgermeister vorhaben
Christoph Schultz wollte alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung kennenlernen - und hat es fast geschafft. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Erkrath/Mettmann. Angekommen: In unserer Serie zum Advent haben wir mit den beiden neuen Bürgermeistern in Erkrath und Mettmann gesprochen. Die ersten Tage im Amt haben sie hinter sich. Von Marita Jüngst und Christoph Zacharias

Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb dem neuen Erkrather Bürgermeister Christoph Schultz nicht. Neu ankommende Flüchtlinge - inzwischen sind es 754 - mussten untergebracht werden. Die Entscheidung über das Förderprogramm Soziale Stadt drängte. Der Zustand der Erkrather Schulen ist für Schultz ein ebenso drängendes Problem wie der barrierefreie Ausbau vom Rathaus zum Trauzimmer. Trotz der vielen Aufgaben sagt Schultz: "Die Arbeit macht Spaß und ist abwechslungsreich". Dabei versteht sich Schultz nicht als erster Bürger der Stadt, sondern als erster Dienstleister. Als "Herr Bürgermeister" will er nicht angesprochen werden. "Am liebsten ist mir Herr Schultz." Schließlich sei er immer noch der gleiche Mensch wie vor der Wahl, und das will er auch bleiben. Der Austausch mit den Bürgern ist ihm wichtig. Und davon hat er schon reichlich Gebrauch gemacht. Seinem ambitionierten Vorhaben, innerhalb der ersten 100 Tage alle Verwaltungsmitarbeiter kennenzulernen ist er auch schon ein großes Stück näher gekommen. Und fast noch wichtiger: sein "neues Verständnis von Führung. Ich bin auch nur ein Kollege." Dazu gehört, für alle ein offenes Ohr zu haben, sich regelmäßig auszutauschen und in der Sache und nicht emotional zu diskutieren.

Schon nach der kurzen Zeit im Amt scheint er angekommen in der Stadt. Auch privat. Sein Umzug von Unterbach nach Unterfeldhaus war auch quasi nur ein Katzensprung. "Ich gehe noch zum selben Bäcker und im selben Aldi einkaufen", sagt er. Er will die Bodenhaftung behalten, das sei wichtig. Denn dass die Aufmerksamkeit weniger auf seine Person, sondern vielmehr auf sein Amt gerichtet ist, war ihm schon vor der Wahl klar.

Wenn Thomas Dinkelmann in der Mettmanner Innenstadt unterwegs ist, wird er oft angesprochen. FOTO: DJ

Neu ist, dass derzeit nicht viel Zeit fürs Privatleben bleibt. "Ich lebe von Termin zu Termin", sagt er. Dazu gehört zudem eine gute Vorbereitung wie die für seine erste Haushaltsrede. Berechtige Wünsche und gleichzeitig die eigene Handschrift einfließen zu lassen, ist sein Ziel, um "die Situation der Stadt Erkrath mit kleinen Schritten besser zu machen". Das will er mit mehr Realismus schaffen, den er sich auch von der Politik wünscht. Prioritäten setzen heißt seine Devise, eben auch bei den Vorhaben, die sich die Politik wünscht. Alles auf einmal ginge eben nicht.

Mettmanns neuer Bürgermeister Thomas Dinkelmann hat sein Arbeitszimmer umgestaltet und eigene Akzente gesetzt. Der Mettmanner Künstler Lothar Weuthen hat ihm zwei großformatige Bilder als Leihgabe an die Wand hinter dem Beratungstisch gehängt. Neben dem Schreibtisch steht der Bürgermeisterstuhl. Ein Kunstwerk und nicht als Sitzgelegenheit zu nutzen. Vergoldet und mit Stadtwappen. "Den habe ich bei der Versteigerung zugunsten des Mettmanner Kinderschutzbundes erstanden", sagt Dinkelmann. 130 Euro hat er für das Kunstwerk bezahlt - aus der eigenen Tasche, wie er bemerkt. Hinter seinem Arbeitsplatz steht auf einem Regal das Modell eines Eichhörnchens. "Mein Lieblingstier", sagt der Bürgermeister. "Es ist emsig, eifrig und beharrlich." So sieht Dinkelmann auch seinen Arbeitsstil.

Mettmann: FOTO: Achim Blazy

Die erste Hauptausschuss-Sitzung hat er als Vorsitzender gut und souverän gemeistert. An allen Ausschüssen nahm er teil und hörte aufmerksam zu. Er befindet sich noch in der "Findungsphase", wie er sagt. Das bedeutet: Dinkelmann macht sich schlau, in der Verwaltung, in der Politik und in der Bürgerschaft. Er hört zu, führt Gespräche, lernt Menschen kennen. In der Neandertalhalle hat er sich seiner "Mannschaft", der Verwaltung, vorgestellt. Die Kitas und die Mitarbeiter stehen jetzt auf seiner Liste und die Feuerwehr, die er in der Wache an der Laubacher Straße besuchen wird. Sein Terminkalender ist prall gefüllt. "Meine Sekretärin versucht, mir eine Stunde Mittagspause freizuschaufeln", gesteht er. Die Pause nutzt er dann und geht zu Fuß in die Stadt, spricht mit diesem und jenem Bürger. "Ich will wissen, was die Menschen denken, was ihnen in der Stadt wichtig ist und wo der Schuh drückt", sagt er.

Dinkelmann macht die Arbeit als Bürgermeister Freude. "Sie ist interessant, spannend, vielseitig und persönlich bereichernd". Im Vergleich zu den Anfangstagen im Rathaus ist er ein bisschen gelassener geworden. Das bekommt ihm ganz gut. Die Feiertage nutzt er für einen Kurzurlaub an der Ostsee. "Ich bin seit Mai ununterbrochen im Einsatz. Erst der Wahlkampf und jetzt die Arbeit." Gut erholt will er zurückkehren.

Erkrath: FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Quelle: RP
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