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Erkrath
Winterdienst: Zuerst die Hauptstraßen

Erkrath. Nebenstraßen werden bei Eis und Schnee nur dann geräumt, wenn der Winterdienst der Stadt noch Kapazitäten hat. Das hat dazu geführt, dass in einigen Fällen auch der Pflegedienst nicht zu Kunden durchkam. Von Marita Jüngst

Die milden Temperaturen lassen Gedanken an Eis und Schnee derzeit noch gar nicht aufkommen. Doch der nächste Wintereinbruch kommt sicherlich und damit auch das für Erkrath leidige Thema des Winterdienstes. Während die Hauptstraßen eindeutig Priorität haben, wird auf einigen Nebenstraßen gar nicht geräumt.

Das habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass aufgrund der Straßenverhältnisse auf der Alten Kölner Straße und dem Holunderweg hilfsbedürftige Anwohner von ihren Pflegediensten nicht erreicht werden konnten, erklärte Hans-Ulrich Zastrau vom Seniorenrat jetzt im Haupt- und Finanzausschuss. Aus diesem Grund brachten er und der Vorsitzende des Seniorenrates, Timo Kremerius, das Thema noch vor dem Einbruch der kalten Jahreszeit zur Sprache.

Das Thema ist nicht neu und vor allem für Bernhard Osterwind, Fraktionsvorsitzender der BmU, ein Aufreger. Denn trotz mehrfacher Diskussionen sei in den vergangenen Jahren nichts geschehen. Zuletzt im Oktober vergangenen Jahres hatte die Verwaltung im Hauptausschuss ein neues Winterdienst-Konzept vorgelegt. Das sollte den Wünschen einiger Bürger gerecht werden, die sich auch für kleinere Straßen einen Räumdienst gewünscht hatten. Allerdings mussten die Fraktionen, die das neue Konzept in Auftrag gegeben hatten, feststellen, dass der Komfort und die Sicherheit für Anlieger von Gartenstraße, kleineren Steilstraßen, Holunderweg oder alter Kölner Straße eventuell zu Problemen auf den Hauptstraßen führen könnten.

Der Betriebshof nämlich erklärte sich mit seinem derzeitigen Pensum an der Grenze der Belastbarkeit. Um die kleinen Straßen zusätzlich zu übernehmen, müsse er das Räumen und Streuen von Kreis- und Landstraßen den zuständigen Behörden überlassen. Diese Aufgabe hatte die Stadt bisher auf einigen Straßenstücken - wie beispielsweise von Erkrath nach Unterbach - selbst übernommen.

Der Hinweis darauf, dass dann der Berufsverkehr zusammenbrechen würde und somit auch den Anwohnern in den Nebenstraßen nicht geholfen sei, wurde auch jetzt wieder angeführt. Alles sei mit dem vorhandenen Personal eben nicht zu schaffen, der Winterdienst stoße schon jetzt an seinen Grenzen. Das liege aber nicht allein am Personal, sondern auch am vorhandenen Material und der Streugut-Lagerkapazität.

Abhilfe könnte eventuell die anstehende organisatorische Untersuchung des Bauhofs bringen, zu dem auch der Winterdienst gehört. In dem Zusammenhang, so die Verwaltung, könnte auch über zusätzliches Personal und die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge nachgedacht werden. Bis dahin gilt nun: Hat der Winterdienst nach der Räumung der Hauptstraßen noch Kapazitäten frei, werden auch die angesprochenen Nebenstraßen noch vom Schnee befreit, damit nicht nur die Anwohner, sondern auch die Pflegedienste durchkommen.

Quelle: RP
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