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Mettmann
Wirbel um Plakat-Werbung für ein Erkrather Bordell

Mettmann: Wirbel um Plakat-Werbung für ein Erkrather Bordell
Diese Plakat sorgt für Empörung. FOTO: Uwe Miserius
Mettmann. In Leverkusen sorgt ein Plakat für ein Bordell für Ärger. Ein Frauenarzt sagt, wie Frauen dort als Ware angepriesen werden sei "unerträglich und jugendgefährdend". Von Gundhild Tillmanns und Oliver Wiegand

An der Heinrich-Hertz-Straße in Erkrath gibt es seit Jahren ein Bordell, das sich immer weiter vergrößert hat. Mittlerweile wirbt das Unternehmen auf großflächigen Plakaten unter dem Stichwort "100 Girls" offenbar sogar in Norddeutschland um Kundschaft und bietet einen Bus-Service nach Unterfeldhaus an.

Diese Werbeplakate sind aber auch im Rheinland aufgestellt worden und sorgen jetzt in Leverkusen für Empörung. Die Werbung hänge in der Nähe einer Bushaltestelle, die von Opladener Schülern jeden Tag frequentiert wird. Das beklagt Stefan Menge als Vater einer neunjährigen Tochter, aber auch in seiner Funktion als Frauenarzt. Er gebe regelmäßig Aufklärungsunterricht in den vierten Schulklassen. Wie Frauen aber auf den Plakaten des sogenannten Saunaclubs als Ware angepriesen würden, das sei unerträglich und jugendgefährdend, sagt Menge.

Der sogenannte "Sauna-Club" sein nichts anderes als ein Bordell, er empfinde die Werbung als aggressiv. Anstoß an den Plakaten nimmt auch eine weitere Leverkusenerin, die einen Bürgerantrag an den Ausschuss für Beschwerden gestellt hat. Die Darstellung der Frauen seien entwürdigend. Im Umfeld der Prostitution finde erwiesenermaßen Manschenhandel, körperliche, psychische und finanzielle Ausbeutung statt.

In Erkrath hatten sich vor drei Jahren einige Anwohner beschwert, die von der damals geplanten Erweiterung des ehemaligen Büro- und Lagergebäudes nicht begeistert werden. Anwohner nannten den Club eine "Erotik-Fabrik." Die Stadtverwaltung hatte betont, ein Bordell in einem Gewerbegebiet sei rechtlich zulässig. Es komme nicht auf die Entfernung zu Schulen, Kindergärten oder Privathäusern an. Entscheidend ist, dass das Gebäude im Gewerbe- und nicht im Wohngebiet steht, so die Stadt Erkrath.

In dieser Hinsicht sei alles in Ordnung, es gebe genügend Parkplätze. Vor dem Wuppertaler Landgericht läuft derzeit ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Zuhälter, der eine Prostituierte des Sauna-Clubs misshandelt haben soll.

Quelle: RP
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