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Erkrath
Zum Opferfest kochen Ausländer für Ausländer

Erkrath. Das Opferfest der Moslems wurde gestern auch in der Hochdahler Moschee in der Schimmelbuschstraße mit einem Festgebet gefeiert. Und am Ende wünschten sich alle Gläubigen "Eid Mubarak", den arabische Gruß zum Opferfest. Für den Hochdahler Hotelier Walid Omairat (Hotel Tamara) war dieser hohe Feiertag Anlass und Motivation, an die Flüchtlinge in Erkrath zu denken, die in diesen Tagen nach langer Reise hier eingetroffen sind. Darum verteilte er und seine Glaubensbrüder 400 gebratene halbe Hähnchen sowie ausreichend Getränke an die Flüchtlinge, die jetzt in der ehemaligen Albert Schweitzer Hauptschule an der Morper Allee untergebracht sind. Von Gundel Seibel

Unter dem Motto "Ausländer kochen für Ausländer" hatte er den Lünener Grillhähnchen-Lieferservice mit frisch gegrilltem Geflügel nach Erkrath beordert. Schnell zog der appetitliche Duft über den Schulhof und lockte die Bewohner an. Den Festtagsbraten konnten sie sich am Grillstand abholen. Zwar werden die Flüchtlinge dreimal pro Tag mit Mahlzeiten vom ASB (Arbeiter-Samariter-Bund)-Caterer versorgt. Die Grillhähnchen-Aktion wird jedoch eine willkommene Speiseplan-Abwechslung zum Fest sein, hofft Walid Omairat.

Zusätzlich hatten die Opferfest-Teilnehmer in Hochdahl eine Geldspendenaktion sowie eine Kleidersammlung für die Flüchtlinge vorgenommen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 4.30 Uhr waren drei Reisebusse mit mehr als 140 Flüchtlingen an der ehemaligen Hauptschule in Erkrath angekommen. "Darunter sind mehr als 40 Kinder", sagt Sandra Niklas, Einrichtungsleiterin vom zuständigen DRK-Kreisverband. Etwa 80 Prozent der Erstaufnahme-Flüchtlinge stammen aus Syrien, weiß die junge Frau. Andere kommen aus Pakistan, Albanien oder anderen Ländern. Gefordert und gefragt ist Sandra Niklas an allen Ecken und Enden. Aber auch ihre zahlreichen Mitarbeiter müssen organisieren, koordinieren und Ruhe bewahren. "Wir bedanken uns ganz besonders für die Spendenbereitschaft der Erkrather Bürger in den letzten Tagen", sagt die Gruitenerin Sandra Niklas, die schon vor diesem Sonderauftrag ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe des DRK geholfen hat. Viel Zeit für Gespräche kann sie nicht opfern, denn schnell müssen die nächsten Probleme gelöst werden. Mitten im Menschen-Gewusel stehen die Sicherheitskräfte eines Wuppertaler Sicherheitsdienstes, die dafür Sorge zu tragen haben, dass kein Unbefugter in das ehemalige Schulgebäude gelang.

Quelle: RP
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