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Geldern
21 Millionen Euro für Interreg-Projekte

Geldern. Die Region profitiert in den kommenden Jahren auf beiden Seiten der Grenzen von Mitteln, die die Europäische Union und Partner für die Entwicklung des Euregio-Gebiets freigeben. Wald, Natur und Gartenbau werden gefördert.

Der Interreg-Lenkungsausschuss für das Gebiet der Euregio Rhein-Waal hat vier neue grenzüberschreitende Projekte genehmigt. Durch die neuen Initiativen fließen in den kommenden Jahren rund 21,2 Millionen Euro in die Euregio Rhein-Waal. Die Hälfte der Mittel stellt die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Die Kommunen Montferland und Emmerich arbeiten im Projekt "Zicht op heden en verleden" in den kommenden drei Jahren zusammen, um die Waldgebiete rund um den Eltenberg und Bergherbos zu verbinden und touristisch besser hervorzuheben. Dazu werden die Wander-, Fahrrad- und Reitrouten an beiden Seiten der Grenze miteinander verbunden und mit neuen Schildern und Kinderspielplätzen ausgestattet. Die Motte Montferland wird restauriert, Sichtachsen werden wiederhergestellt und Spuren aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sichtbar gemacht, so dass im Wald nicht nur die Natur, sondern auch Geschichte erlebt werden kann.

IPC Groene Ruimte BV aus Arnhem entwickelt in den kommenden drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Wald und Holz, dem Regional-Forstamt Niederrhein und Landesbetrieb Wald und Holz, Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik NRW, ein deutsch-niederländisches Ausbildungsprogramm für Personen, die im Forst- und Gartenbau und für Gärtnereibetriebe tätig sind. In der Euregio Rhein-Waal sind etwa 2000 Betriebe auf diesem Sektor aktiv. Zusammen haben sie rund 10.000 Arbeitnehmer in Dienst. Viele dieser Betriebe haben auch Kunden jenseits der Grenze. Daneben gilt in beiden Ländern, dass die Betriebe nachweisen müssen, dass sie die stets strengeren Sicherheitsauflagen und arbeitsmedizinischen Anforderungen erfüllen. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von gefährlichen Geräten, wie Motor- und Kettensägen. Ein in beiden Ländern anerkanntes Zertifikat macht es einfacher, Aufträge jenseits der Grenze anzunehmen. Die Projektpartner entwickeln daher ein zweisprachiges digitales Selbstlernprogramm, das zum europäischen Kettensägenzertifikat führt.

Spectors, ein Cluster von 31 Technologiebetrieben und Wissenszentren in der Euregio Rhein-Waal, entwickelt im Rahmen des gleichnamigen Interreg-Projekts gemeinsam mobile und integrierte Soft- und Hardware für Drohnen. Diese neuen Anwendungen machen den Einsatz von Drohnen insbesondere für den grünen Sektor attraktiv. Der Land- und Gartenbau wird dann auch als wichtigster Abnehmer für diese Anwendungen betrachtet. Insgesamt entwickelt das Cluster 18 neue Produkte. Beispielsweise ein intelligentes Lasersystem, das an Drohnen befestigt werden kann. Hiermit können Landvermesser genauer und schneller arbeiten. Ein weiteres neues Produkt ist ein fliegendes Mikroskop mit optischen Sensoren, das auch Proben auf Feldern und Gewächshäusern sammeln kann. Für Untersuchungen auf dem Feld oder im Gewächshaus wird ein tragbares Sensorsystem entwickelt, mit dem der Zustand von Gewächsen schnell und einfach analysiert werden kann.

Die vier Projekte erhalten im Interreg-Programm zusammen 10,6 Millionen Euro an EFRE-Mitteln. Neben der EU leisten die nationalen Interreg-Partner (die Wirtschaftsministerien der Niederlande und NRW und die Provinzen Gelderland, Noord-Brabant und Limburg) sowie die regionalen Projektträger einen finanziellen Beitrag.

Quelle: RP
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