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Wachtendonk
25 Jahre Zisternen für Freunde in Brasilien

Wachtendonk: 25 Jahre Zisternen für Freunde in Brasilien
Bei den Vorbereitungen: Anna Jansen, Dina da Costa-Ramacher, Angela Just, Robert Winschuh, Ursula Mueser, Joachim Schmitt, Rosi Drießen, Margret Herzog und Marianne Turinsky. Auf dem Bild fehlen die Initiatoren Werner und Johanna Wies und Gerd Thissen. FOTO: gerhard Seybert
Wachtendonk. St. Michael Wachtendonk schaut auf eine langjährige Verbindung zur Partnergemeinde Sobradinho in Südamerika. Das Engagement ist der Grund für Feierlichkeiten in der Gemeinde am 7. und 9. Juli. Ein Blick auf die Weltkirche. Von Bianca Mokwa

Was haben ein Ort in Brasilien und Wachtendonk miteinander zu tun? Jede Menge. Sobradinho lautet das Gebiet in Brasilien, mit dem die Wachtendonker verbunden sind. Benannt ist das Gebiet nach einem kleinen Wasserfall in Brasilien. Leider ist der Name nicht Programm. Wasser gibt es dort nach dem Bau einer Staumauer so gut wie nicht mehr. Da kommen die Wachtendonker ins Spiel. Seit 25 Jahren pflegt die katholische Kirchengemeinde St. Michael Wachtendonk eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde St. Franziskus in Sobradinho. "Über den Kirchturm hinausschauen", nennt es Ursula Mueser, eine der Frauen im Wachtendonker Arbeitskreis.

Überraschend viele Menschen haben sich im Wohnzimmer von Marianne Turinsky versammelt, um die Feierlichkeiten zum 25-Jährigen zu planen. Pastor Robert Winschuh spricht von einem wichtigen Standbein der Gemeinde. Seit anderthalb Jahren ist er erst in Wachtendonk und begeistert von dem Engagement. Das Stichwort "Weltkirche" fällt, und er macht deutlich, dass die Partnerschaft nicht nur für die Brasilianer Vorteile hat. "Wir haben selber einen Gewinn daraus, zu sehen, wie Kirche andernorts gelebt wird."

Nicht immer stoßen die Mitglieder auf Verständnis, wenn sie Spenden für die Partnergemeinde sammeln. "Es gibt auch Gegenwind", sagt Rosi Drießen. Gemeinsam mit Angela Just verkauft sie gespendeten Lesestoff beim Bücherbummel oder frühmorgens beim Straelener Schnäppchenmarkt. "Sehr oft kommt das Argument, in Deutschland gibt es genug Armut", nennt Rosi Drießen den Gesprächsbedarf. Allerdings haben die Brasilianer ganz andere Probleme als wir Deutschen. Das größte ist der Wassermangel. Vor 25 Jahren war es Bischof Dom José Rodrigues aus dem Bistum Juazeiro im Nordosten Brasiliens, der auf die Not in seiner Heimatgemeinde aufmerksam machte. Nach den Arbeiten am Staudamm blieben 20.000 Bauarbeiter und 5000 Prostituierte in Baracken zurück, viele Menschen waren durch den Bau vertrieben worden. Die Barackenstadt Sobradinho entstand. Schwester Angélica von der Schwesterngemeinschaft der Töchter Jesu war eine derjenigen, die ein Herz für diese Menschen hatte und den Kontakt zu den Wachtendonkern hielt. "Da sind Freundschaften entstanden, die kann man nicht einfach abbrechen", sagt Rosi Drießen, warum auch nach 25 Jahre Hilfestellung noch lange nicht Schluss ist. Pastor Winschuh spricht von Nachhaltigkeit.

Mit den Spenden der Wachtendonker werden unter anderem Zisternen finanziert, in denen der Niederschlag von den Dächern aufgefangen wird. In der achtmonatigen Trockenzeit kann eine Familie so mit Trinkwasser versorgt werden. Rosi Drießen erzählt von einer der Reisen nach Brasilien, von einer alten Dame, die ergriffen von einem "Geschenk des Himmels" sprach, weil die Zisterne ihr den langen, müheligen Weg zur Wasserstelle erspart. "Manchmal gibt es aber wichtigere Dinge als die Zisternen", sagt Rosi Drießen und erzählt von Fabiana. "Die hatte eine schwere Operation vor sich, die ihre Familie nicht finanzieren konnte." Aber die Wachtendonker konnten helfen. "Dadurch hat sie überlebt."

"Wir sind da, um Brennpunkte zu entschärfen", erklärt Dina da Costa-Ramacher vom Arbeitskreis. Ob ein Garten für Straßenkinder zur Selbstversorgung oder die Sanierung des Altenheims - die Projekte sind vielfältig, die die Wachtendonker mittragen durch Spenden beim Bücherverkauf, durch Reibekuchenbacken und viele andere Aktivitäten. Dank Werner Wies wird die Gemeinde auf dem Laufenden gehalten, und die Partnerschaft gerät nicht in Vergessenheit. "Sie ist wirklich verwurzelt in der Gemeinde", bestätigt Dina da Costa-Ramacher. Und das wird gefeiert, mit Gästen aus Brasilien.

Quelle: RP
 
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