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Straelen
310 Kilo Kokain unter Bananen

Straelen. Rauschgift im Wert von fast zehn Millionen Euro hat die Polizei sichergestellt. Nach RP-Informationen waren die Drogen in einer Obstlieferung an ein Straelener Unternehmen versteckt. Von Michael Klatt

Normalerweise ist die Ware aus Südamerika grünlich. Sie wird in große Kammern zum Reifen gehängt, bis die gebogenen Früchte die von den Kunden geliebte gelbe Farbe zeigen und in die Geschäfte dürfen. Doch diesmal war noch eine andere Farbe im Spiel. Als die Mitarbeiter in der Kühlhalle am Dienstag einen Container ausluden und Bananenkisten auspackten, stießen sie in mehreren Kisten auf eine weiße, zu Blöcken gepresste Substanz: Kokain. Nach Mitteilung des Landeskriminalamtes (LKA) von gestern wurden 310 Kilogramm Kokain im Wert von fast zehn Millionen Euro sichergestellt. Dabei handle es sich um den größten Kokainfund in Nordrhein-Westfalen seit 20 Jahren.

Die Polizei informiert

Der Rauschgiftfund ereignete sich nach RP-Informationen am Dienstagabend bei einer Firma in Straelen, die Bananen importiert und verkauft, entweder in eigener Regie oder im Auftrag von Kunden. Unmittelbar, nachdem die Drogen entdeckt worden waren, informierte das Unternehmen die Kreispolizei. Die rückte mit mehreren Beamten an. Mit einem Vortest analysierten sie die weiße Masse und stellten fest, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Kokain handelte. Die weiteren Ermittlungen übernahm das Dezernat zur Bekämpfung der organisierten Rauschgiftkriminalität des LKA. Nach ersten Erkenntnissen stammt das Kokain aus Südamerika und gelangte über den Antwerpener Hafen nach Nordrhein-Westfalen.

"Solange die polizeilichen Ermittlungen andauern, geben wir keine Auskünfte", teilte die Firma mit. Beschäftigte, die von der RP außerhalb des Betriebsgeländes befragt wurden, schwiegen.

Mit Auskünften geizte gestern Nachmittag auch die Pressestelle des LKA. Ein Mitarbeiter dort schloss nicht aus, dass den Drogendealern möglicherweise ein Fehler unterlaufen ist und das Kokain gar nicht in Straelen landen sollte. Ein Zusammenhang mit einem ähnlichen Fund vor rund 14 Tagen sei bisher nicht festzustellen. In einer Obst- und Gemüsegroßhandlung im Raum Heilbronn waren in einer Bananenlieferung aus Kolumbien 56 Kilogramm Kokain. Die Rauschgiftpakete waren unter den Früchten versteckt und wurden zufällig bei der Wareneingangskontrolle durch einen Mitarbeiter der dortigen Firma entdeckt. Auch dort verständigte die Betriebsleitung die Polizei.

Quelle: RP
 
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