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Geldern
325 Jahre Kirchenchor Walbeck

Geldern. Ostersonntag starten die Jubiläumsfeiern. 80 Männer und Frauen aus dem Spargeldorf und der Umgebung singen mit.

325 Jahre ist er alt, der Kirchenchor an St. Nikolaus Walbeck. Die erste Eintragung über die Kirchenchorsänger steht im Kirchenbuch der Walbecker Pfarre, aufgeschrieben im April 1691. Sie lautet: "Noch vor de Sangers bei de Custor betalt en half Ton bier twee kanne warßols - 3 - 16 - 0." Übersetzt heißt das: "Noch für die Sänger beim Küster bezahlt eine halbe Tonne Bier, zwei Kannen Schnaps - 3 Gulden, 16 Stüber."

Die Größe der damaligen Biertonnen ist nicht bekannt, während man bei den zwei Kannen Schnaps wohl von etwa zwei Litern ausgehen kann. Die Mitgliederzahl des Chores wird erstmals 1834 auf einer Rechnung der Witwe Allofs anlässlich des Cäcilienfestes mit 21 beziffert. Man darf davon ausgehen, dass die "Sangers" 1691 meist ein- oder mehrstimmige lateinische Gesänge sangen und als einfache Leute ihre Probleme mit dem Latein hatten. Ihre Leistung verdient den größten Respekt, besonders vor dem Hintergrund, dass das dörfliche Leben damals oft von Not und Tod durch Seuchen überschattet war.

Das Jubiläumsjahr 2016 werden die "Sangers" des Kirchenchors an St. Nikolaus Walbeck für einen dankbaren Rückblick nutzen, denn natürlich steht der Chor für die Pflege einer großen Tradition. Dennoch hat sich natürlich auch vieles verändert. Aus der Gruppe der "Sangers" von 1691, die nach katholischen Brauch vermutlich nur aus Männern bestand, wurde ein gemischter Chor, der die Ökumene lebt. Inzwischen singen 80 Männer und Frauen aus Walbeck und Umgebung im Alter von 16 bis 80 Jahren, nicht mehr nur auf Lateinisch, sondern vor allem in deutscher und englischer, aber auch französischer und sogar schwedischer Sprache. Der Chor intoniert sowohl die klassischen Chorwerke der Kirchenmusik als auch zeitgenössische Komponisten, wie zum Beispiel John Rutter. Bei der Stimmbildung und bei der Probenarbeit schätz Chorleiter Stefan Janßen die Unterstützung von den Chormitgliedern Aurelia Piecha, Viktor Fischer, Erich Nauß, Heino Tiskens und Frank Weghaus in den verschiedenen Probenräumen im Ortskern.

Im medialen Zeitalter angekommen, nutzt der Mehr-Generationen-Chor, dem im Übrigen auch ein Kinderchor von 13 Kindern angehört, einerseits die neuen Medien zur Kommunikation, andererseits holt er Jung und Alt aus ihrem von diesen Medien geprägten, schnelllebigen und reizüberfluteten Alltag und entschleunigt sie.

Quelle: RP
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