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Straelen
50 Jahre Chor Straelen-Wachtendonk

Straelen: 50 Jahre Chor Straelen-Wachtendonk
So sah es aus, als der evangelische Kirchenchor 1974 sein Zehnjähriges feierte. Die Frau mit den Rosen (links) ist die langjährige Chorleiterin Ortrud Steinke. FOTO: privat
Straelen. Die evangelische Kirche kann auf eine gute Tradition des Gemeindegesangs blicken. Tatkräftige Unterstützung gibt es durch den Kirchenchor. Wie wichtig der ist, erklären die Pfarrer Christian Werner und Ulrike Stürmlinger. Von Bianca Mokwa

Es ist nur eine Vermutung, "aber so hatte er sich das wohl nicht vorgestellt", sagt Ortrud Steinke und wirft einen Blick zurück. Fünf Jahrzehnte ist es her, dass der evangelische Pfarrer Ewald Hoesch auf die Idee kam, dass der Gemeinde ein Kirchenchor gut stehen würde. "Ganz bescheiden fing es an. Nur ein paar Frauen, kein Mann", heißt es im Gedicht zum 60. Geburtstag von Ortrud Steinke. Sie war die Erste, die den Chor mitgründete und leitete.

In diesem Jahr feiert der Kirchenchor Straelen-Wachtendonk sein 50-jähriges Bestehen, mit allen Höhen und Tiefen, die dazu gehören. Die vier Pionierinnen, die sich damals mit klopfenden Herzen vor die Gemeinde stellten, waren Lene Link, Erika Sprengel, Irmgard Hoesch und Anna Elisabeth "Oma" Masche. "Die fünfte Stimme war die Orgel", erinnert sich die damalige Chorleiterin Ortrud Steinke an den ersten Auftritt vor der Gemeinde. Die ersten beiden Lieder, die gesungen wurden, weiß sie auch noch: "Es kommt ein Schiff geladen" und "O Heiland reiß die Himmel auf". Passiert ist das allerdings schon 1964. Aber da die Gründung im November war und im Advent immer soviel los ist, hat sich die evangelische Kirchengemeinde Straelen-Wachtendonk kurzerhand entschlossen, das Jubiläum in diesem Jahr zu feiern - statt schon 2014.

Für Pfarrer Christian Werner ist ein Kirchenchor aus dem Gemeindeleben nicht wegzudenken. "Toll, dass der damals entstanden ist", sagt er. Gesang spielt für den Pfarrer ohnehin eine große Rolle. Er ist viel mit der Gitarre unterwegs, animiert Kinder und Jugendliche zum Singen. "Chorgesang, das ist auch Training. Das wirkt sich auch auf den Gemeindegesang aus", lautet seine Überzeugung. Immerhin hat die Gemeinde schon das Kompliment bekommen, dass dort kräftig gesungen wird. Der "Trainer" des evangelischen Kirchenchors ist Andres C. Ruppel. Er folgte auf die langjährige Chorleiterin Ortrud Steinke. "Mein Ziel ist die Vielseitigkeit, neben der Klassik auch neue Literatur mit verständlichen Texten", sagt Ruppel. Der Gesang solle zum Hinhören anregen. Für das Jubiläum wird ein Projektchor gegründet, der gerade diejenigen ansprechen soll, die sich nicht für eine längere Zeit verpflichten wollen, aber dennoch Freude am Singen haben.

50 Jahre, die sind für Pfarrerin Ulrike Stürmlinger keine Selbstverständlichkeit. Der Chor unterstütze den Gesang der Gemeinde und sorge für eine besondere Atmosphäre und Ausgestaltung des Gottesdienstes, gerade an Festtagen. Die Predigt sei zwar das Zentrale im evangelischen Gottesdienst, "aber der Mensch besteht nicht nur aus Nachdenken und Verstand, er hat auch Emotionen", sagt Stürmlinger. Und da greift der Kirchenchor. "Chorgesang berührt die Menschen anders", stellt die Pfarrerin fest. Seit drei Jahren unterstützt sie den Chor mit ihrer Stimme. "Ich finde, man kann wunderbar abschalten. Der Gesang ist Balsam für die Seele", sagt sie aus Sicht der Zuhörerin, aber auch als Mitwirkende. Weil es eben nicht irgendein Chor, sondern ein Kirchenchor ist, dreht es sich nicht nur um schöne Gefühle. "Wir feiern das Jubiläum bewusst nicht als Konzert, sondern als Gottesdienst", sagt Stürmlinger. "Es geht uns nicht um den eigenen Gesang, erst einmal dient er dem Lob Gottes."

Quelle: RP
 
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