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Geldern
Abi 2014 - ein wehmütiger Blick zurück

Geldern: Abi 2014 - ein wehmütiger Blick zurück
FOTO: Gian-Luca
Geldern. RP-Mitarbeiterin Sina Honnen hat genau vor einem Jahr ihr Abitur am Lise-Meitner-Gymnasium Geldern gemacht. Angesichts der ganzen Entlassfeiern in der Region kommt bei ihr die Erinnerung hoch an das eigene Ende der Schulzeit. Von Sina Honnen

28. Juni 2014. Der Tag meiner Abigala. Bei einem Blick auf den Kalender kann ich es kaum glauben, dass seitdem wirklich schon ein ganzes Jahr vergangen sein soll. Irgendwie war dieser Tag doch das ewig angestrebte Ziel - einerseits. Andererseits auch der Tag, an dem, pathetisch ausgedrückt, alles vorbei sein sollte, und so hat es sich auch angefühlt. Wie ein Ende. "Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen", hieß es da weise von elterlicher Seite. Und da war sie, ganz leise im Hinterkopf. Zwischen Prüfungsstress, Abiball-Plänen, Sommer-Sehnsüchten, der neu gewonnenen Freiheitsliebe: die Angst davor, was da kommen möge. Und davor, dass die so scheinbar fest verankerten Freundschaften mit wachsender Entfernung ins Wanken geraten könnten. Aus den Augen, aus dem Sinn. Noch so ein kluger Spruch.

Ausland, Auszeit, Ausprobieren. Es war ja klar, dass sich unsere Wege, genau wie bei tausend vorangegangenen Generationen, irgendwann trennen würden. Komisch wird's nur dann, wenn irgendwann plötzlich schon "jetzt" ist. Im Sommer 2014 habe ich extrem viel Spaß, extrem lange Nächte und eine extrem coole Zeit gehabt. Aber ich habe auch mehr als eine Abschiedsparty gefeiert, und mir mehr als einmal Sorgen um meine engsten Freundschaften gemacht.

Wie Abiturienten den Stress meistern FOTO: Endermann

Seitdem ist so viel passiert, hat sich so viel verändert, dass sich mein Blick darauf vollkommen verändert hat. Deswegen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen: Der erwartete Schockmoment ist ausgeblieben! Ich habe heute mit all' den Leuten aus meiner Schulzeit Kontakt, mit denen ich mir das vorgenommen hatte, und das lag weiß Gott nicht daran, dass alle zu Hause wohnen geblieben sind. Beste Freunde bleiben eben doch beste Freunde, und das merkt man nach fünf Minuten - es ist nämlich, Überraschung, alles wie immer!

Zum ersten Mal bin ich richtig froh, ein Teil der Generation "Social Media" zu sein. Whatsapp, Facebook und Co. machen es uns so erheblich einfacher, unsere Freunde an unserem neuen Leben teilhaben zu lassen. Da hat man mal eben schnell drei Fotos aus Australien in die Heimat, nach Hamburg, Aachen oder London gesendet. Zugegeben: Es war nicht immer leicht. Schlicht und einfach deswegen, weil wir es gewohnt waren, uns jeden Tag zu sehen. Man muss etwas für seine Freundschaften tun, und man muss verzeihen lernen für möglicherweise entstehende Sendepausen. Es ist anders. Aber es ist gut so. Gut so, wie es gekommen ist.

Gerade vor ein paar Tagen war ich noch zu Gast in meiner alten Schule, da sagt der wunderbare "Hausi" zu mir: "Irgendwie gehört ihr doch immer noch hierher", und davon bin ich fest überzeugt.

Bleibt mir nach dieser Hommage an meine Schulzeit nur noch eines zu sagen, und das geht mit Kusshand an die beste Stufe der Welt: Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese war und ist für immer unsere.

Quelle: RP
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