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Rp-Serie Die Kandidaten
Aengenendts langer Lauf zum Rathaus

Rp-Serie Die Kandidaten: Aengenendts langer Lauf zum Rathaus
Hans-Josef Aengenendt ist leidenschaftlicher Läufer. Für den 54-Jährigen ist die Leichtathletik ein Ausgleich zum Bürojob, den er als Kämmerer der Stadt Kempen ausübt. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Die Mittelstrecke ist die sportliche Lieblingsdisziplin von Hans-Josef Aengenendt. Um Bürgermeister in Wachtendonk zu werden, muss der CDU-Kandidat einen Wahlkampfmarathon absolvieren - und will dabei glaubwürdig und ehrlich bleiben. Von Michael Klatt

Wachtendonk Früher drehte Hans-Josef Aengenendt seine Runden an der Wankumer Straße. Damals, als sich der Wachtendonker Sportplatz dort befand, wo heute die Seniorenresidenz "Im Hagenland" steht. Jetzt verbleibt ihm unter anderem die Wankumer Heide als Trainingsrevier, um Kondition aufzubauen für die von ihm heiß geliebten Mittelstreckenläufe.

"Laufen ist meine Leidenschaft seit der Kindheit", sagt Aengenendt. 800, 1000 und 1500 Meter sind die Distanzen, bei denen er es in der Senioren-Klasse sogar bis ins Finale der Deutschen Meisterschaft brachte, als Einzelstarter und in der Staffel. Für den 54-Jährigen ist die Leichtathletik ein Ausgleich zum Bürojob, den er als Kämmerer der Stadt Kempen ausübt. Auch das Radfahren betreibt er mit durchaus sportlichen Ambitionen.

Ausdauer benötigt Aengenendt beim derzeitigen Wahlkampfmarathon auf dem Weg zum Wachtendonker Bürgermeistersessel, den er als CDU-Kandidat erobern möchte. "Das sind viele Termine, aber keine Belastung", beteuert der Bewerber, der die Abfolge der Veranstaltungen nach eigenen Angaben so strukturiert wie die Arbeit in der Kämmerei und der bei den Wählern "glaubwürdig, transparent und ehrlich" rüberkommen möchte.

Viele Wachtendonker und Wankumer kennen ihn. "Ich bin verwurzelt in der Gemeinde", sagt der Mann, der in Herongen wohnt. Er verweist darauf, dass er 37 Jahre in Wankum gelebt habe, seit 47 Jahren Mitglied beim TSV Wachtendonk/Wankum sei und seit 25 Jahren bei der KAB St. Marien.

Wie lang die Angenendts schon in Wachtendonk ansässig sind, hat der Ehemann und Vater zweier Töchter durch die Ahnenforschung, neben Fotografie und Philatelie eines seiner nicht so bewegungsintensiven Hobbys, herausgefunden. In Aengenendts Wohnzimmer hängt das hölzerne Wappen des Diederich Anghen-Ende. "Das war unser Ahnherr", sagt er, und weist auf die Jahreszahl. Das Wappen stammt von 1389.

Bei denen, die ihn noch nicht so gut kennen, bei den Menschen in den Neubaugebieten, hat er geklingelt und sich vorgestellt. "Dabei habe ich gute Erfahrungen gemacht", berichtet er. Freundlich wurde er aufgenommen und hatte Gelegenheit, Anregungen zur Kenntnis zu nehmen. "Es herrscht Unsicherheit über die Dimensionen und Folgen der Auskiesung", erzählt der CDU-Bewerber. Das Sterben des Einzelhandels in den Ortskernen beschäftigt die Bürger, der Mangel an Cafés und Geschäften, auch für Touristen. Junge Mütter in Wankum versicherten ihm, sich in den Ort mit Grundschule und Kindergarten wohlzufühlen und die Dorfgemeinschaft zu schätzen.

Die Zufriedenheit einiger ändere nichts an den Leerständen in den Ortskernen, betont Aengenendt. Der "Stein der Weisen" müsse parteiübergreifend gefunden werden. Hier habe die Zukunftswerkstatt den Stein ins Rollen gebracht.

Nicht allein zu stemmen sei auch das Flüchtlingsproblem. "Das ist eine dramatische Situation", sagt der 54-Jährige. Nötig sei eine gemeinsame Lösung, die alle Parteien tragen. "Schade ist, dass Bund und Land die Kommunen alleine lassen." Als Aengenendt jetzt im Mai und Juni den Jakobsweg pilgerte, änderte sich auch seine persönliche Sichtweise auf Fremde und Flüchtlinge, die "unter Lebensgefahr und alles zurücklassend" hierhin kamen.

Für bedeutend, nicht nur bei der Betreuung von Flüchtlingen, hält Aengenendt das Ehrenamt. "Das muss gestützt, das Engagement muss gewürdigt werden." Sollte er die Wahl am 13. September gewinnen, will Aengenendt jederzeit ansprechbar sein. Unter anderem will er die Bürgermeister-Sprechstunden fortführen.

Quelle: RP
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