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Gelderland
Ärger und Verwirrung: Stadtprinz oder nicht?

Gelderland: Ärger und Verwirrung: Stadtprinz oder nicht?
Gelderland. Einige Karnevalsvereine fühlen sich übergangen durch die Proklamation von Gerd II. (Lange). Den Veertern wird ein Vorpreschen vorgeworfen. Von Michael Klatt

Für Hans Kubon, den Präsidenten des Vereins zur Förderung des Veerter Karnevals (VVK), ist alles ganz normal gelaufen. Gerd II. (Lange) sei als Karnevalsprinz proklamiert worden. Und im Saal sei bis 2 Uhr morgens richtig was los gewesen. Die Aussage im gestrigen RP-Bericht, einige Veerter hätten die Veranstaltung verärgert verlassen, bestritt er. Und außerdem, so der VVK-Präsident, sei Gerd II. nicht als "Stadtprinz" von Geldern gekürt worden.

Er selber habe diesen Ausdruck nicht in den Mund genommen, der sei nur in der Laudatio von Herbert van Stephoudt vorgekommen. Besucher der Veranstaltung stellten die Sache gestern gegenüber der RP allerdings anders dar. Es sei der "Stadtprinz" präsentiert worden, erinnert sich Johannes Otten, Präsident der Achterhoeker Karnevalsgesellschaft (AKG), an mehrere Äußerungen auch abseits der Laudatio. Das "starke Vorpreschen" der Veerter habe einige doch sehr verwundert, berichtete Norbert Derks, Präsident von Blau-Weiß Hartefeld. Und "entsetzt" über das Geschehen in Veert äußerte sich Christiane Plaumann, Präsidentin der Kinderkarnevalsgesellschaft (KKG) Geldern. Das sei über die Köpfe der anderen Karnevalsvereine hinweg passiert. Und: "Der Stadtprinz wird von den Vereinen nicht gewünscht."

Das Vorhaben, einen Prinz für alle Narren in Geldern und Umgebung auszurufen, hatte der Veerter Karnevalsverein vor einigen Tagen in einem RP-Artikel vorgestellt. Als Lösung für die Zukunft angesichts der Tatsache, dass Tollitäten in einigen Ortschaften immer schwieriger zu finden seien. Die Proklamation von Gerd II. sei als Wegbereiter für diese neue Idee zu verstehen, betont VVK-Präsident Kubon, der darauf hinweist, dass die meisten Mitglieder der Garde Veerter seien. Auch Langes Lied "Einer für alle" sei auf die Zukunft gerichtet.

Bei den Karnevalisten im Umland wird der Vorstoß allerdings anders aufgefasst - und nicht amüsiert zur Kenntnis genommen. Die Idee sei nicht schlecht, komme aber für diese Session zu spät, kritisiert Blau-Weiß-Präsident Derks. "Unser neues Narrenoberhaupt ist auch nicht begeistert." Er selbst, so Derks, werde morgen bei der Proklamation auf dieses Thema eingehen.

Kritik richtet sich gegen die Veerter nicht zuletzt deshalb, weil sie, so Derks, nicht mit allen Beteiligten geredet hätten. KKG-Präsidentin Plaumann verweist darauf, dass "wir uns als Karnevalsfamilie immer austauschen". Damit meint sie die Treffen jedes Jahr im Frühjahr, zu denen nicht nur die organisierten Jecken aus Geldern und den Ortschaften, sondern beispielsweise auch die Achterhoeker, Twistedener und Kevelaerer erscheinen. Dabei wird eine breite Themenpalette von Gema-Gebühren über Versicherungen bis zu Wurfmaterial und Kostümen abgehandelt.

"Das läuft", sagt die Präsidentin. Auch was die Suche nach närrischen Regenten betrifft. Achterhoek hat zum elfjährigen Bestehen der AKG mit Angelika I. und Dominik I. erstmals ein Prinzenpaar. "Als kleiner Verein haben wir die nächsten Regenten wohl erst zum 22-Jährigen, sind beim Gemeinschaftsprinzen außen vor", so AKG-Präsident Otten. Geldern hat mit Maike Helena I. und Lukas I. ein Kinderprinzenpaar. "Man könnte meinen, nur die Veerter haben in dieser Hinsicht Probleme", vermutet Christiane Plaumann, die das Fehlen des VVK beim Frühjahrstreffen 2015 moniert. Und KKG-Ehrenpräsident Lange verübelt sie die Heimlichtuerei. Zumal der jetzt als Moderator der KKG-Veranstaltungen ausfalle.

Quelle: RP
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