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Wachtendonk
Alain Frei in Wachtendonk fasziniert von der "Fiets"

Wachtendonk. Mit Schweizer Charme und dem richtigen Einfühlungsvermögen wickelte Alain Frei am Samstagabend das gesamte Publikum im Bürgerhaus "Altes Kloster" um den Finger. Dem Wachtendonker Kulturkreis ist mit diesem Abend ein besonders attraktives Programm gelungen - die Sitzreihen in dem Saal waren gefüllt. Der Stand-up Komödiant betonte gleich zu Beginn seiner Darbietung, dass er nicht das Stereotyp der Schweiz erfüllen will: "Stellt euch vor, es gäbe keine Klischees und stattdessen Menschen." Von Hannah Kreutzer

Geschickt band er von Anfang an die Zuschauer ein, fragte nach lokalen Besonderheiten. Das "Fietsen" schien es ihm angetan zu haben, immer wieder kam er in seiner Show darauf zurück. Für den gebürtigen Schweizer hört sich eine "Fiets-Tour" nach allem an, nur nicht nach Fahrradfahren - ganz zum Vergnügen der Zuschauer. In seinem Programm schafft Alain Frei die Balance zwischen den wichtigen Themen unserer Zeit und Anekdoten aus dem Alltag. Er beklagt sich über seine Mutter, die ihn mit über 30 Jahren ans Trinken erinnert, und über seine Oma, die Emojies auf Whats App für sich entdeckt hat.

Einerseits warnt der Kölner Neubürger vor Schubladen-Denken, andererseits zeigt er mit überspitzter Ironie, dass es ganz ohne auch nicht klappt. Kurz beleuchtet er die Flüchtlingsdebatte, in der es keine Grauzone und nur Extreme zu geben scheint.

Frei versteht es, den größten Witz aus einer Anekdote herauszuholen. Mit einer ordentlichen Portion Selbstironie führt er die männlichen Hemmnisse nüchterner Annäherungsversuche aus, die beim Feiern oft in alkoholisierte Pöbeleien umschlagen.

Nicht ohne Grund wird Alain Frei als Senkrechtstarter bezeichnet. Er hatte bereits Auftritte im Quatsch Comedy Club, bei Nightwash und hat den ersten Platz beim NDR Comedy Contest 2015 belegt. Sein momentanes Programm hat einen sehr jungen und aktuellen Anspruch. So wurden die Hip-Hop-Texte des deutschen Rappers "Haftbefehl" unter die Lupe des Humoristen genommen. Mit dem Schluss, dass Schweizer einfach zu höflich für Gangster-Rap seien und als einziges Pendant "DJ Bobo" zu bieten hätten.

Letztendlich war es ein gelungener Abend, nach mehreren Zugaben schmerzten selbst die letzten Lachmuskeln. Frei hat es geschafft, ein individuell angepasstes Programm auf die Beine zu stellen. Zum Ende betonte er, dass für ihn nur der Spaß auf der Bühne zähle: "Egal, ob im Olympia Stadion, oder hier bei euch in Wachtendonk."

Quelle: RP
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