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Geldern
"Alte Hasen": Augen auf im Kreisverkehr

Geldern: "Alte Hasen": Augen auf im Kreisverkehr
Kreisverkehr und Radweg am Geldertor - hübsch bepflanzt, trotzdem knifflig: Wer hat hier jetzt Vorfahrt, und warum überhaupt? Solche Situationen werden beim Vortrag "Alte Hasen - neue Regeln" diskutiert und geklärt. FOTO: Stadt Geldern
Geldern. Es geht um die Tücken von Verkehrsinseln, Einbahnstraßen und Ampeln. Die Polizei lädt zur Fortbildung für Autofahrer. Zielgruppe sind ältere Führerscheinbesitzer, der Besuch lohnt sich aber in Wahrheit für alle. Von Sina Zehrfeld

So ein Kreisverkehr wirft Fragen auf. Wer hat Vorfahrt, Radler oder Autos? Richtig ist: Innerstädtisch haben Radfahrer Vorfahrt, außerhalb von Ortschaften müssen sie warten. Wann wird geblinkt: Beim Reinfahren, beim Rausfahren, immer oder nie? Richtig ist: nur beim Rausfahren. Wer das nicht wusste, braucht sich nicht zu grämen, es wurde ihm vielleicht mal anders beigebracht. Die Straßenverkehrsordnung wurde nämlich Anfang der 60er Jahre geändert. "Viele, die jetzt älter sind, haben den Führerschein noch vorher gemacht", sagt Polizeioberkommissar Marco Elbers.

Er ist einer der Referenten bei der Veranstaltung "Alte Hasen - neue Regeln", zu der jedermann für Samstag, 22. August, von 10 bis 12 Uhr ins Gelderner Kino "Herzogtheater" eingeladen ist. Auf unterhaltsame Weise, gelegentlich mit Quiz-Charakter, wird dann mit Irrtümern und gefährlichem Halbwissen aufgeräumt. Die Problemlagen werden anhand von Bildern realer Straßensituationen erklärt, und der Blick wird neu geschärft für womöglich heikle Situationen im Straßenverkehr. Dass die Besucher über knifflige Fragen ins Grübeln und Diskutieren geraten, ist gewünscht. Ebenso wie Fragen.

Immer wieder zeigt sich: In ganz alltäglichen Fragen erliegen auch versierte Autofahrer Irrtümern. Das liegt nicht nur an echten Änderungen der Verkehrsregelungen, wie sie beispielsweise zum Thema "Ampeln" recht häufig getroffen wurden. Auch die Art des Verkehrs hat sich gewaltig geändert. "1960 gab es in Deutschland acht Millionen Kraftfahrzeuge", führt Marco Elbers aus. "Im Moment sind es zirka 53 Millionen." Die besagten Kreisverkehre beispielsweise - bei denen man einst noch bei der Einfahrt zu blinken hatte - gab es vor 50 Jahren kaum, inzwischen ersetzen sie immer mehr Kreuzungen. Und "Verkehrsberuhigte Bereiche", also die klassische Spielstraße, "hat es früher wenig bis gar nicht gegeben", so Marco Elbers. Ebenso sind die "Tempo-Zonen" - Tempo-30- oder Tempo-50-Bereiche zum Beispiel - viel häufiger geworden. "Viele wissen heute nicht, dass in einer ,Zone' generell rechts vor links gilt", erklärt Elbers. Selbst, wenn es eine Tempo-60-Zone ist.

Und wer nicht ganz genau weiß, was er zu tun hat, der orientiert sich oft an allen anderen: "Viele fahren so, wie alle fahren." Dumm ist nur: Die anderen machen es eben unglaublich oft falsch. Ignorieren "rechts vor links" oder fahren viel zu schnell in Spielstraßen - Tempo 20 oder sogar 30 kommt oft vor.

Die "Alte Hasen"-Veranstaltung ist eigentlich für Senioren gemacht und wird von der Stadt Geldern, dem Herzog-Theater und vom Seniorenbeirat unterstützt. "Ich weiß aus eigener Erfahrung: Es gibt immer wieder Diskussionen zum Autofahren. Man ist sich nicht einig, was richtig ist", sagt Dieter Schade vom Seniorenbeirat. "So eine Aufklärung tut schon mal Not, wenn man 50 Jahre den Führerschein hat." Allerdings nicht nur dann, auch in jungen Jahren - die Veranstaltung ist, wie sich zeigt, für junge Leute ganz genauso spannend. Theoretisches Fahrschulwissen verblasst rasch: Wer weiß schon noch auswendig herzubeten, wie sich Parkverbotsschilder in Einbahnstraßen auswirken? Ob eine Verkehrsinsel einen Zebrastreifen unterbricht? Und was genau Radfahrer da zu beachten haben? Wer immer sich angesprochen fühlt, ist den Organisatoren willkommen: je mehr Andrang, desto besser.

Alte Hasen - neue Regeln, Samstag, 22. August, 10 bis 12 Uhr, Kino "Herzogtheater", Gelderstraße 25

Quelle: RP
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