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Annemarie Fleuth: Alles - außer leise

Straelen: Annemarie Fleuth: Alles - außer leise
Mit Festkette und der "grünen Couch": Annemarie Fleuth freut sich über die Auszeichnungen. FOTO: gerhard Seybert
Straelen. Die Herongerin hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Sie trug die Festkette. Als Vorsitzende der Geselligen Vereine nahm sie die "grüne Couch" entgegen. Und sie kämpfte gegen die Sparkassen-Schließung. Von Michael Klatt

Als Mädchen sei sie eher der Pippi-Langstrumpf-Typ gewesen, blickt Annemarie Fleuth zurück. Mit Sommersprossen und roten Haaren und schnell bei der Hand, wenn ihr irgendetwas nicht passte. "Das zieht sich so durchs Leben", sagt die Herongerin. Sie mache auf Dinge aufmerksam, die im Argen liegen, sei hartnäckig, stur sogar.

"Ich bin laut vom Typ her", charakterisiert sich die 53-Jährige. Energisch vertritt sie ihren Standpunkt, eckt auch gerne an, ohne allerdings Zwietracht säen zu wollen.

Das zu Ende gehende Jahr 2017 stuft Annemarie Fleuth als besonders ein. Denn mit der Festkette und der "grünen Couch" nahm die Vorsitzende der Geselligen Vereine Herongen gleich zwei Ehrungen entgegen. "Beides ist unerwartet gekommen", sagt sie.

Für die "grüne Couch", den Wirtschaftspreis, habe es zuvor ein paar Versuche gegeben. Im November bekamen die Geselligen Vereine diese Auszeichnung für ihre Bemühungen um die Infrastruktur in Herongen, besonders für die ehrenamtliche Arbeit beim Bau und dem Betrieb der Bürgerhalle. Genau dort soll die "grüne Couch" im Miniaturformat auch ihren Platz finden.

"Ich bin schon auch ein Herdentier und mache gerne etwas gemeinsam mit anderen", erzählt Annemarie Fleuth. Das Miteinander sei auch entscheidend gewesen beim Projekt an der Leuther Straße. "Sonst hätten wir das mit der Bürgerhalle nicht geschafft."

Die Festkette während der Kirmes anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Geselligen Vereine empfindet sie als "I-Tüpfelchen". Als Vorsitzende im Jubiläumsjahr sei sie da nach vorne geschubst worden. Gerne erinnert sie sich an das schöne Wetter und die lauen Nächte während der Festveranstaltungen.

Gegen Widrigkeiten kämpfen - in diese Kategorie fällt auch Annemarie Fleuths Einsatz gegen die Schließung der Sparkassen-Geschäftsstelle in Herongen. Mit Sorge verfolgt die Ortsvorsteherin seit langem, dass Geschäfte schließen, weil sich kein Nachfolger findet. Dann hörte sie, dass die Sparkasse als "unser Pfund" und nicht zuletzt als Sponsor vieler Aktivitäten im Dorf wegfällt. "Das tut mir persönlich nicht gut."

Es sei davon auszugehen, dass sich die Sparkassenspitze in Kleve nicht mit Herongen identifiziert. Die Ortsvorsteherin kann nicht verstehen, warum die Bank dichtmacht, wo der SB-Bereich doch nagelneu und das Gebäude im Sparkassenbesitz ist.

Sie macht sich keine Illusionen, dass die fast 900 gesammelten Unterschriften und die Resolution des Stadtrats die Sparkasse zum Umdenken bewegen könnten. "Aber wir wollten ein Ausrufezeichen setzen; das sollte nicht sang- und klanglos passieren."

Im Straelener Stadtrat will Annemarie Fleuth sich als CDU-Fraktionsvorsitzende - ein Amt, das sie in diesem Jahr übernahm - verstärkt um Herongens Zukunft kümmern. Tempo 30 hält sie für wünschenswert, ebenso eine Einengung zwischen Bergstraße und Kindergarten.

"Es gibt tolle Gutachten, die genau das sagen, aber die Jahre vergehen." Dem Marktplatz möchte sie den Charakter einer Flaniermeile geben, durch entsprechendes Pflaster und Gestaltungselemente beispielsweise. Wer als Fußgänger an den beiden Kirchen über die Straße wolle, nehme lieber Umwege, "weil man den Verkehr aus der Kurve heraus nicht einschätzen kann". Eine Engstelle samt Tempo 30 würde helfen.

Schön findet Annemarie Fleuth, dass die Grundschule mit mehr Schülern rechnen kann. "Es ist ein großes Plus, dass sich Familien gerne hier ansiedeln", betont die Ortsvorsteherin. Sie lobt die gute Jugend- und Schularbeit, die mit den dort Handelnden stehe und falle.

"Der Standort Herongen ist gut und wird, bei allen Problemen, von vielen geschätzt." Annemarie Fleuth begreift die Ehrungen dieses Jahres auch als Antrieb, sich weiterhin zu engagieren.

Quelle: RP
 
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