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Rp-Serie Wegekreuze Und Heiligenhäuschen (44)
Antonius von Padua grüßt an der Kroatenstraße

Geldern. In Kevelaer steht eine lebensgroße Figur des Heiligen. Bildhauer Heinrich Moors hat sie geformt. Kapelle nach Renovierung in neuem Glanz. Von Bianca Mokwa

Kevelaer Imposant ist das Backsteingebäude. Mittendrin steht die lebensgroße Figur des Heiligen Antonius von Padua. "Das ist der, der den Schlüssel wiederfindet", gibt Manfred Gerhards einen kleinen Exkurs über die Heiligen der katholischen Kirche. In der Kroatenstraße in Kevelaer hat die Figur des Heiligen Antonius, der ein Zeitgenosse des Heiligen Franziskus war, einen Platz gefunden.

Gelebt hat Antonius von Padua von 1195 bis 1231. Er ist von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt worden. Der andere, am Niederrhein vielleicht bekanntere Antonius, nach dem auch die katholische Kirchengemeinde Kevelaer benannt ist, ist der "Ferkels Tön", der Antonius also, der Schutzpatron der Haustiere ist und gegen die Pest angerufen wurde.

Zurück zum Antonius in der Kroatenstraße. Die Figur des Antonius von Padua wurde von Bildhauer Heinrich Moors gestaltet. Das zeigt eine Inschrift am Sockel der Figur. Auf seinem Arm hält der Heilige ein Buch, auf dem ein Kind sitzt. "Antonius hat das Jesuskind auf dem Arm", erklärt Hans-Georg Knechten. Das ist natürlich nur bildlich gemeint, denn gelebt haben beide nicht zeitgleich. Knechten ist der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenbauvereins. Die Kapelle in der Kroatenstraße gehört dem Kirchenbauverein. "Eigentum verpflichtet", sagt Knechten und meint damit, dass die Kapelle ziemlich marode war und die Entscheidung anstand, ob saniert werden sollte. "Der Kirchenbauverein hat sofort übereinstimmend gesagt: ,Das müssen wir machen'", erinnert sich Knechten an den Tag der Entscheidung.

Etwas mehr als 30.000 Euro hat es gekostet, die Kapelle in neuen Glanz zu versetzen. "Das haben wir nur geschafft, weil die beteiligten Handwerker alle sehr entgegenkommend waren und sich dem Kapellchen zugetan fühlten", sagt Knechten. Das Dach hat neuen Schiefer bekommen. Vor allem sei aber die aufsteigende Feuchtigkeit das Problem gewesen, erklärt Architekt Josef Dalman. Er kümmerte sich darum, dass denkmalgerecht saniert wurde. Und dass die nächsten 20, 30 Jahre Ruhe ist.

Er weist auf den gotischen Spitzbogen hin; "neu-gotisch" betont er. Denn gebaut wurde die Kapelle um 1900. Der Grund, der ist leider nicht überliefert. Klar ist aber, dass die Kapelle in Form und Größe über die eines herkömmlichen Wegekreuzes oder Heiligenhäuschens heraussticht. Der Architekt spricht von einem "stadtbildprägendem Element".

Dennoch gebe es noch Kevelaerer, denen die Stätte so gar nicht bewusst war, weiß Knechten. Die Bewohner seien erst nach der Renovierung wieder darauf aufmerksam geworden.

"Das Kapellken wieder ins Bewusstsein bringen", das sei ein Ziel, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenbauvereins. "Denn wir sind nun mal eine katholische Kirchengemeinde und stehen für den katholischen Glauben." Und der sei der Heiligenverehrung sehr zugetan.

Errichtet wurde die Kapelle übrigens von Angehörigen des Dritten Ordens der Franziskaner. "Hier ist ein Ort, wo man inne halten und seinen Gedanken nachgehen kann. Ein Ort, der Herz und Seele gut tut", erklärt Knechten den Nutzen. Und wer den Blick nach oben wagt, der wird überrascht sein vom wunderschönen Mosaik. Die Kapelle ist nicht nur für Gläubige, sondern auch für Menschen, die einfach das Schöne lieben, einen Besuch wert. Die Farbe Dunkelblau dominiert das Mosaik. Mit vielen Steinchen sind ins Blau verschlungene Blumenranken gelegt worden mit rosa Blüten.

Genaues Hinschauen lohnt sich also. Damit es so schön bleibt, hält Manfred Gerhards ein Auge drauf. Auch er besucht den Heiligen Antonius von Padua regelmäßig. Sie sind immerhin Nachbarn.

Quelle: RP
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