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Kerken
Asyl: Erste Schmierereien an Via Stenden

Kerken: Asyl: Erste Schmierereien an Via Stenden
Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking wirbt um Verständnis dafür, dass in der Via Stenden ab Spätsommer Flüchtlinge untergebracht werden. FOTO: Gerhard Seybert
Kerken. Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking führte bereits Gespräche mit Vertretern von Vereinen und Kirchen. Die bis zu 300 Bewohner der neuen Unterkunft bleiben jeweils drei bis sechs Wochen. Sicherheit durch Security-Personal und Polizei. Von Stefan Kriegel

Sicherheit ist das oberste Gebot. Nachdem es bereits erste Nazi-Schmierereien am Gebäude der Via Stenden gegeben hat, kümmern sich nun die Verantwortlichen darum, die zukünftigen Bewohner der Anlage, die sich im Besitz der Landes-SPD befindet, gut und störungsfrei unterzubringen. Vor allem Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking bemüht sich auch um Akzeptanz in der Bevölkerung.

Bereits vor einigen Wochen berichtete die RP, dass das Land NRW -Westfalen in der Kerkener Ortschaft Stenden, direkt an der Grenze zur Stadt Kempen, maximal 300 Flüchtlinge unterbringen möchte. "Es soll eine so genannte zentrale Unterbringungseinrichtung werden", stellt der Bürgermeister klar. Das bedeute, dass die Bewohner sich dort nur drei bis sechs Wochen aufhalten, ehe neue Flüchtlinge kommen. Asylbewerber blieben meistens länger in einer Kommune.

Für die Sicherheit soll in Zukunft einiges geschehen. Etwa 15 Mitarbeiter werden für die Flüchtlinge dort zuständig sein. Dazu gehört auch spezielles Security-Personal, zum Beispiel für die Eingangskontrollen. Wenn die Einrichtung bewohnt ist, soll es dort außerdem regelmäßige Polizeipräsenz geben. Wann das so weit sein wird, ist noch nicht genau bekannt. Derzeit liegt der Gemeinde Kerken und auch dem Kreis Kleve als Baugenehmigungsbehörde noch kein konkreter Antrag für einen notwendigen Umbau vor. "Sollte er von der Landes-SPD direkt beim Kreis eingehen, werden wir sofort um eine entsprechende Stellungnahme gebeten", erklärt Möcking.

Er geht davon aus, dass nach der Umbauphase die Via Stenden ab etwa August oder September wieder bewohnt werden kann. Dann werden dort Menschen aller Nationalitäten beherbergt. "Es gibt auch größere Zimmer, so dass auch Familien mit Kindern kommen können", fügt der Bürgermeister hinzu. Die Bewohner dürfen sich frei bewegen und werden vom Land betreut. Sie werden auch vor Ort mit allen notwendigen Dingen versorgt und verpflegt, betreut und beschäftigt. Zur Freizeitbeschäftigung sollen unter anderem ein Bolzplatz und ein Basketballfeld angelegt und Tischtennisplatten aufgebaut werden.

Möcking rechnet mit dem Baubeginn im April. Beim Umbau sollen heimische Unternehmen und Handwerker berücksichtigt werden. "Ich habe auch schon Gespräche mit Vertretern von Vereinen und Kirchen geführt. Sie waren sehr konstruktiv, und ich bin auf großes Verständnis gestoßen", berichtet der Verwaltungschef. Weitere Treffen wurden bereits vereinbart. Auch mit dem Bürgermeister der Stadt Kempen habe schon ein Gespräch stattgefunden. Nach dem Start der Einrichtung soll es einen ständigen Informationsaustausch, vor allem mit den Bürgern, geben.

Außerdem wird sich der Bürgermeister mit einem Mitarbeiter und zwei Kommunalpolitikern über ähnliche Einrichtungen informieren. Deshalb reist er nächste Woche nach Bad Berleburg (19 000 Einwohner) und Schöppingen (7500). Dort hätten die Kommunen bereits positive Erfahrungen gemacht. Beispiele sind Spendenaktionen und direkte Unterstützung der Flüchtlinge.

Quelle: RP
 
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