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Wachtendonk
Auf einmal war ein Loch vor dem Haus

Wachtendonk. Die Telekom lässt auf der Weinstraße in Wachtendonk buddeln. Die Eigentümerin des Gebäudes weiß nichts von einem angeblichen Kabelschaden. Die Öffnung im Erdreich bleibt rund vier Wochen lang. Nun zieht Feuchtigkeit in die Wände. Von Michael Klatt

Marie-Theres Reiners war auf alles eingestellt. Nur nicht auf Ärger. Vor fast drei Wochen war es, am 13. Juni. Da fuhr die Wachtendonkerin in den Kurzurlaub. Doch noch am Abend des gleichen Tages wurde sie von ihrer Mieterin über Arbeiten informiert. Vor dem Haus von Frau Reiners auf der Weinstraße wurde ein Loch gebuddelt.

Das war noch da, als sie aus dem Urlaub zurückkehrte. Und dort klafft es jetzt immer noch. Marie-Theres Reiners ist stinksauer. Auf die Telekom.

Denn die hatte, wie die Wachtendonkerin erfuhr, die Buddelei veranlasst. "Die Telekom behauptete mir gegenüber, ich hätte eine Störung gemeldet", so Marie-Theres Reiners. Merkwürdig nur: Sie hatte gar keine Störung, Telekom-Kundin ist sie ebenfalls nicht. Und Telekom-Kunden in der Nachbarschaft wussten auch von nichts.

Eine andere Erklärung gab das Unternehmen gegenüber der Rheinischen Post auf Anfrage ab. Wegen der vielen Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen komme es vermehrt zu Kabelschäden, entweder durch eindringende Feuchtigkeit oder durch Blitzschlag. "So auch in diesem Fall." Die Grube habe man gerade an dieser Stelle im historischen Ortskern von Wachtendonk ausheben müssen, weil durch den steigenden Grundwasserspiegel und einen drohenden Dammbruch in der Nähe nicht überall eine Grube ausgehoben werden durfte. "Was für ein Damm denn?", rätselt die Bürgerin. Und auch der Wachtendonker Gemeindeverwaltung ist von einem drohenden Dammbruch in der Nähe nichts bekannt.

Marie-Theres Reiners ist vor allem daran interessiert, dass die Grube an ihrer Hauswand möglichst schnell wieder geschlossen wird. "Die ganze Feuchtigkeit zieht doch in die Wände", schimpft die Wachtendonkerin. Sie sorgt sich um die Bausubstanz des alten Gemäuers, in dem sie wohnt. Und der Zugang in ihre Wohnung ist auch erschwert.

Mehrmals rief sie die Telekom an, hörte Versprechungen, man wolle alles Nötige in die Wege leiten. Und das selbstverständlich möglichst schnell. Der aktuelle Stand der Dinge: Man habe momentan so viel zu tun wegen der extremen Wetterlage. Um das Loch in der Wachtendonker Weinstraße wolle sich die Telekom aber schleunigst kümmern, wurde Marie-Theres Reiners vertröstet. Das Erdreich werde wieder über die Kabel geschüttet werden - irgendwann Anfang Juli. Die Weinstraßen-Anwohnerin findet das auch aus einem anderen Grund nicht gut. "Wir haben doch nächste Woche Bücherbummel", sagt sie.

Quelle: RP
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